Ärztekammer Berlin begrüßt Einigung im Charité-Tarifstreit Nicht nur die Mediziner der Berliner Charité haben für bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Bezahlung gekämpft.

Ein Streik der Ärzte der Berliner Charité konnte im letzten Moment abgewendet werden.

Lesen Sie dazu eine Presseerklärung der Berliner Ärztekammer vom 24. April 2006:

Ärztekammer Berlin begrüßt Einigung im Charité-Tarifstreit
Kammerpräsident Jonitz: Wichtiger Beitrag für den Gesundheitsstandort Berlin

Die Ärztekammer Berlin zeigt sich zufrieden mit der Einigung im Charité-Tarifstreit. Nach wochenlangen zähen Verhandlungen, die immer wieder unterbrochen wurden, konnten sich Charité-Vorstand und Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) am Freitag auf einen Kompromiss für einen Vorschalttarifvertrag an Europas größter Uniklinik verständigen. Damit wurde sozusagen in letzter Minute ein Streik abgewendet. Für die 2200 Ärztinnen und Ärzte der Charité bedeutet der Tarifkompromiss vor allem neue Arbeitszeitmodelle mit erhöhten Stundensätzen und vollständigem Überstundenlohnausgleich, eine 95%-Vergütung aller Bereitschaftsdienste, eine flächendeckende Zeiterfassung sowie längere Vertragslaufzeiten. Zugeständnisse musste die Ärzteschaft beim Thema Wochenarbeitszeit machen. Dafür wurden die Ost-West-Unterschiede ausgeglichen.

„Das ist ein tragfähiger Kompromiss“, betonte Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz und fügte hinzu: „Endlich können die Leistungsträger an der Charité wieder ihre Leistung erbringen.“ Der Charité-Vorstand müsse sich nun auf seine eigentlichen Aufgaben („Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“) konzentrieren. Der jetzt gefundene Tarifkompromiss sei ein wichtiger Beitrag für den Gesundheits- und Wissenschaftsstandort Berlin, unterstrich Jonitz.

Kammervorstandsmitglied und MB-Landesvorsitzender Dr. med. Matthias Albrecht wertete die Einigung als „hart erkämpften Kompromiss“. Es gebe keine großen Verlierer mehr unter den Charité-Ärzten. Von der Einigung profitieren Albrecht zufolge besonders die Ärzte, die 2004 Übergangsverträge bekommen hatten. Auch die Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren sei ein großer Erfolg. Wie Albrecht weiter erläuterte, werden MB und Charité-Vorstand erneut Gespräche aufnehmen, sobald der MB mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) einen Tarifvertrag für alle deutschen Universitätsmediziner abschließt. Auf Grundlage des TdL-Abschlusses soll dann ein Tarifvertrag für die Berliner Uniärzte gefunden werden.
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