Der Weiße See - Traditionsbad und Naherholungsziel im Osten Berlins Ein kleines Stück Natur mitten in der Großstadt: In Weißensee finden Berliner, die keine Zeit oder Lust haben, ins Umland zu fahren, eine verkehrsgünstig gelegene Bademöglichkeit. Nur eine gute Viertelstunde braucht die Tram vom Alex bis zu dem idyllischen See,
der dem Stadtteil seinen Namen gab. Von der Berliner Allee aus erreicht man schnell das kleine Strandbad, wo man sich im aufgeschütteten Ostseesand räkeln und bequem über ein paar Treppenstufen ins Wasser steigen kann. Für Kinder gibt es hier Spielgeräte und einen abgetrennten Nichtschwimmerbereich. Derweil können sich die Eltern von kundiger Hand massieren lassen.

In der angeschlossenen Überseebar wird auch außerhalb der Badesaison ausgeschenkt - zwar nicht mit so hippem Ambiente wie in vergleichbaren Strandbars in Mitte, dafür aber zu sehr moderaten Preisen: Alkoholfreie Getränke gibt es ab 1,50 Euro, Leckeres vom Grill ab 2,00 Euro, und den Cocktail unter Palmen kann man ab 3,00 Euro schlürfen.

Wer keinen Eintritt zahlen möchte, legt sich direkt ans Ufer - z.B. auf die dem Strandbad gegenüber liegende Seite, in der Nähe der Fontaine, wo Familien ihren Nachwuchs gern auf dem Spielplatz oder in der sogenannten "Plansche" spielen lassen. Im Tiergehege ist Dammwild zu bewundern. Durst und Hunger kann man nebenan im "Milchhäuschen" stillen, einem historischen Terassenlokal, das, ebenso wie das Freibad, auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblickt. Bei Kaffee und Kuchen oder einer zünftigen Mahlzeit kann man hier von allen Tischen aus freien Blick auf den See genießen.

Als mit ca. zehn Metern tiefstes Gewässer Ostberlins bietet der Weiße See recht angenehme Badetemperaturen. Der Untergrund ist ein wenig schlammig, das Wasser eher trübe, was aber nichts über seine Güte aussagt. Diese wird durch eine Belüftungsanlage und die Einspeisung von Grundwasser garantiert; außerdem besteht ein Verbot, Abwässer einzuleiten. Wie bei allen Berliner Badeseen wird die Wasserqualität ständig überprüft.

An kühleren Tagen ist der See ebenfalls ein beliebtes Naherholungsziel. Gerne wird Bootsverleih in Anspruch genommen - andere bringen ihr eigenes kleines Modellschiff mit und lassen es über das Wasser flitzen. Der mit ca. 300 mal 350 Metern Ausdehnung fast kreisrunde See ist zwar schnell umlaufen, allerdings bietet der 1,3 Kilometer lange Spaziergang durch den umgebenden Volkspark zahlreiche Gelegenheiten zum Verweilen. Zum Beispiel an der Blumenuhr, einer Sonnenuhr von etwa 10 Metern Durchmesser, die eine der Attraktionen des jährlich stattfindenden Weißenseer Blumenfestes darstellt. Auch mehrere Skulpturen sind am Wegesrand aufgestellt. Einen Grund für abendliche Besuche liefert die in den 50er Jahren erbaute Freilichtbühne mit 3000 Plätzen. Neben sommerlichem Open Air-Kino werden hier auch regelmäßig Konzerte veranstaltet.

Wenn der See im Winter zufriert, wird er natürlich auch gern zum Schlittschuhlaufen genutzt. So eröffnen sich ganz neue Perspektiven auf Park, Strandbad und Café.

Text: JJ


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