Humboldt-Universität Berlin: Die Alma Mater ( HU Berlin ) Als älteste Berliner Hochschule blickt die 1810 als "Alma Mater Berolinensis" gegründete Humboldt-Universität
Die Humboldt-Universität Berlin
Pressefoto Foto: Heike Zappe
auf eine bewegte Geschichte zurück. Ihrem Mitgründer und späteren Namensgeber, Wilhelm von Humboldt, verdankt sie ein fortschrittliches Konzept, das sie zur "Mutter aller modernen Universitäten" machte. Zentrale Gedanken waren die Einheit von Lehre und Forschung sowie eine umfassende humanistische Bildung.

Von Anfang an lehrten, arbeiteten und studierten hier große Persönlichkeiten wie Johann Gottlieb Fichte (als erster gewählter Rektor), Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Hermann von Helmholtz, Robert Koch, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Otto von Bismarck, Karl Marx, Albert Einstein, Lise Meitner oder Max Planck. Neben der humanistischen gab es von Anfang an auch eine starke naturwissenschaftliche Ausrichtung, dank derer viele neue Disziplinen eingerichtet wurden.

Auch zahlreiche bekannte Gebäude und Einrichtungen der Stadt sind mit der HU verbunden, so die Charité, wo bereits 1829 die Medizinische Fakultät einzog, die Staatsbibliothek oder das Museum für Naturkunde, das 1889 für die universitätseigenen naturhistorischen Sammlungen eröffnet wurde.

Während der Nazi- und Nachkriegs-Zeit wurden die hohen humanistischen Ideale aber leider mit Füßen getreten. So beteiligten sich Studierende und Lehrende an Bücherverbrennungen, jüdische Universitätsangehörige wurden vertrieben. Widerstand gab es so gut wie keinen. Nachdem der Lehrbetrieb 1946 wieder aufgenommen worden war, übten die sowjetischen Besatzer zunehmend Druck auf systemkritische Universitätsangehörige aus - es kam zu Verfolgungen und Verhaftungen, was schließlich zur Gründung der FU im westlichen Teil der Stadt führte. In Gedenken an diese dunklen Zeiten wurden im 2002 entstandenen Leitbild die "kritische Distanz gegenüber politischer und gesellschaftlicher Macht" sowie die Absage an "jede Form von Diskriminierung, Intoleranz und kultureller Selbstüberhöhung" verankert.

Der Name "Humboldt-Universität" wurde ironischerweise 1949 angenommen: zu einer Zeit also, als der Lehr- und Forschungsbetrieb unter sozialistischem Einfluss kaum noch dem Humboldtschen Gedanken entsprach. Trotzdem genoss die größte DDR-Universität internationales Ansehen. Noch heute bestehen aus diesen Jahren intensive Beziehungen zu osteuropäischen Hochschulen.

Nach der Wiedervereinigung und einer größeren Umstrukturierung konnte die HU ihren guten Ruf bewahren und weiter ausbauen, so dass sie hinter den Westberliner Universitäten nicht zurückstehen musste. Zwischen 1998 und 2003 entstand als zukunftsweisendes Projekt der "Campus Adlershof", wo die naturwissenschaftlichen Institute am dortigen Wissenschafts- und Wirtschafsstandort in täglichem direkten Austausch mit Technologieunternehmen und verschiedenen Forschungseinrichtungen stehen, Netzwerke bilden und Synergien nutzen können.

Heute hat die HU elf Fakultäten in den Bereichen Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Jura, Theologie, Wirtschaftswissenschaften und Landwirtschaft/Gartenbau, mehrere interdisziplinäre Zentren, Zentralinstitute und Graduade Schools sowie über 300 Liegenschaften in Berlin und Brandenburg. Es werden Partnerschaften zu über 170 wissenschaftlichen Einrichtungen weltweit geführt. Da die Studienplätze angesichts des hohen Renommees begehrt sind, unterliegen inzwischen alle Studiengänge einer Zulassungsbeschränkung.

Kontakt:
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Tel: 030 - 2093 - 0
Im Internet: www.hu-berlin.de
Text: JJ

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