Augen auf bei Mietkaufangeboten!

Eigenheim ohne Eigenkapital? Normalerweise bleibt der Traum vom eigenen Häuschen bzw. der Eigentumswohnung ohne eine gewisse Summe auf der hohen Kante ein reines Luftschloss.
Tipps zum Mietkauf in Berlin & Brandenburg
Foto © fux
Verlockend klingen da die verschiedensten Modelle für den so genannten Mietkauf von Immobilien, die derzeit durchs Internet geistern. Doch hier ist Vorsicht geboten. Vor allem jungen Familien, Rentnern oder Selbstständigen wird dieses Modell gerne als Wundermittel angepriesen, doch nicht selten zahlt man dabei drauf - und das nicht unerheblich. Wenn in Anzeigentexten Nebensätze wie "Finanzierung ohne Schufa" auftreten, sollte das zumindest skeptisch stimmen. Oft verbirgt sich hinter Mietkaufanzeigen der verzweifelte Versuch des Eigentümers, seinen "Ladenhüter", den keiner haben will, irgendwie doch noch loszuwerden - vor allem wenn der Kaufpreis einiges über dem liegt, der sonst für eine vergleibare Immobilie zu erzielen ist.
Derzeit existieren auf dem Immobilienmarkt zwei Varianten des Mietkaufs. Bei der einen bietet Ihnen der Immobilieneigentümer statt dem "normalen" Erwerb den Kauf auf Mietbasis an. Im zweiten Fall eröffnet man Ihnen die Möglichkeit, über eine Beteiligung z.B. an einer Wohngenossenschaft eine Immobilie zu erwerben, wobei die Wohngenossenschaft gegenüber dem Eigentümer auf Käufer auftritt.

Wie funktioniert Mietkauf genau?


Grundsätzlich ist das Mietkaufmodell so ausgelegt, dass es so ähnlich wie das Bausparmodell funktionieren soll.
Zunächst muss man einmalig ein vergleichsweise geringes Eigenkapital von mindestens 10.000 Euro einzahlen. Kann man das nicht, so wird einem auch das "gestundet", d.h. man kann es in monatlichen Raten abbezahlen. Zusätzliche monatliche Sparleistungen kommen aber hinzu. Nach einer vorher vereinbarten Anzahl von Jahren wird der Vertrag "zuteilungsreif" und der Mietkaufintererssent kann sich dann eine Immobilie aussuchen, die dann die Wohnungsgenossenschaft bzw. der Vertragspartner an seiner Statt erwirbt und anschließend an den Mietkäufer vermietet. Konkret bedeutet das, dass Mietkäufer, die die Anzahlung nicht sofort leisten können, so lange mit dem Hausbezug warten müssen, bis dieser Betrag getilgt ist. Beispiel: Statt 20.000 Euro sofort einzuzahlen, müsste der Betrag dann monatlich mit rund 760 Euro abbezahlt werden - ca. 4 Jahre lang. Viele scheitern also bereits, bevor sie überhaupt in ihr Haus einziehen können. Die Dauer der anschließenden Miete ist ebenfalls vorher festgelegt. Danach muss dann der noch ausstehende Restbetrag gelöhnt werden. Erst dann gehört die Immobilie auch wirklich dem Mietkäufer.

Kein Schutz vor Hartz 4
Da das Mietkaufmodell naturgemäß finanzschwache Menschen anspricht, die keinen Bankkredit bekommen, scheitern sehr viele Mietkäufer daran,
reibungslos den vorgesehen Mietkaufverlauf einzuhalten. So verspricht z.B. das Mietkaufmodell Schutz vor Hartz 4. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. "Normale" Kreditgeber wie Banken kündigen nicht so schnell den Kreditvertrag, wenn man die Raten nicht mehr in voller Höhe zahlen kann. Sie wägen normalerweise gemeinsam mit dem Kreditnehmer eine gemeinsame Lösung ab und erst, wenn es gar nicht anders mehr geht, heißt es, die Immobilie zu verkaufen. Die Zeit zwischen der ersten nicht gezahlten Rate und der Zwangsversteigerung beträgt dann in der Regel rund zwei Jahre. Außerdem gilt für Hausbesitzer unter bestimmten Voraussetzungen beim ALG 2 in Bezug auf die Kostenübernahme von Wohnraum eine sechs Monate längere Frist als bei Mietern. Und wie sieht es beim Mietkauf aus? Die monatlichen Raten beim Mietkauf sind ähnlich hoch wie die Kreditraten bei der Bank und in der Regel sogar höher. Und da sie als Mietkäufer kein Eigentümer, sondern nur Mieter sind, fliegen Sie mitunter viel schneller aus "Ihren" vier Wänden, als Sie sich umgucken können.

Warum Mietkauf in Berlin & Brandenburg so selten funktioniert:


Neben den oft überhöhten monatlichen Mietzahlungen muss man für die irgendwann unweigerlich fällige Restzahlung sparen.
Problematisch ist auch, dass meistens die Miete nur teilweise angerechnet wird, so dass der Restkaufpreis immer noch ziemlich hoch ist. Zu guter Letzt kann der unbedachte Mietkäufer auch leicht in ein juristisches Dilemma kommen. Denn der Erwerber hat bei dieser Art von Finanzierungsmodell fast gar keine Sicherheiten für den Fall, dass der Verkäufer Insolvenz anmeldet. Außerdem sollte ein Kündigungsrecht sowie eine notarielle Beurkundung nicht "unter den Tisch fallen". Wer also seine eigenen vier Wände per Mietkauf ermöglichen will, sollte vorher unbedingt einen unabhängigen Fachmann konsultieren.
Quelle: Verbraucherschutzverein Wohnen im Eigentum e.V.


Text: A.K.

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