Kurt Krömer

Kurt Krömer (geb. 1974) ist ein Komiker und Schauspieler aus Berlin.

Kurt Krömer Sprüche und soziales Engagement

Er sieht ein bisschen so aus als wäre er aus der Zeit gefallen: Kurt Krömer trägt stets unmoderne Anzüge mit Hosenträgern und Brillen im Retrodesign. Das schnodderige Outfit ist Programm: der in Neukölln geborene Krömer spielt herrlich authentisch den dämlichen Berliner und hat es über die Jahre geschafft, sich mit seiner unverblümten Berliner Kodderschnauze in die Herzen der Menschen zu quasseln.

Spielte Kurt Krömer bei seinen ersten Gehversuchen als Komiker noch vor einer handvoll Zuschauern, füllt er heute bei seinen Deutschlandtourneen bundesweit die Hallen. Ein Held der Massen wie sein Kollege Mario Barth, der bereits vor ausverkauftem Olympiastadion auftrat, ist Krömer allerdings nicht. Und will es laut eigenem Bekunden auch gar nicht sein. Im Interview mit focus.de wurde er mit dem Guinness-Weltrekord seines Berliner Kollegen Mario Barth konfrontiert. Krömer nahm den Vergleich locker und gab zurück: "Ich spiele auch vor 70.000 Leuten, aber dann an 70 Abenden vor 1.000. Das ist für mich viel interessanter, als da jetzt die Masse abzufrühstücken." Dennoch gehört Krömer heute zu den beliebtesten Comedians Berlins. Dafür räumte Krömer u.a. 2007 den Deutschen Kleinkunstpreis ab. Die Begründung der Jury: "Krömer ist ein improvisiertes Naturereignis, bei dem man nicht weiß, wo der Wahnsinn anfängt und die Authentizität aufhört. Er entzieht sich einer analytischen Betrachtung."

2012 besuchte er die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und hatte dort mehrere Vorstellungen. Außerdem engagiert Kurt Krömer sich im Rahmen der Kampagne iCHANCE vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung für das Lesen- und Schreibenlernen.

Die Sprüche von Kurt Krömer

Dabei sind Krömers Scherze - zumindest inhaltlich betrachtet - nicht unbedingt der Ausbund an Originalität. Sprüche wie "Nich lang snacken, Kopp in Nack'n" oder "Der Klügere kippt nach" - klingen, wenn man sie aus dem Zusammenhang gerissen hört, reichlich platt. Doch es ist die Art, wie Krömer im breiten Berliner Slang Plattitüden unters Volk bringt: er packt die ollen Sprüche in ein clowneskes Zirkus-Ganzkörper-Schauspiel ein, ist dabei frech wie Bolle und geniert sich nicht die Spur, seine Umwelt verbal so zu brüskieren, dass man nur noch mit Lachen reagieren kann. Menschen, die sich ungern peinlichen Situationen aussetzen, sollten in seinen Vorstellungen also die erste Reihe meiden. Sonst kann es durchaus passieren dass man Opfer von Sprüchen wird wie: "Ha' ick dir anjespuckt? Kannste bei Ebay verkoofen." Es ist das Direkte, Unverstellte und Ungekünstelte, typisch Berlinerische eben, das den Witz bei Kurt Krömer ausmacht. Als Neuköllner Urgestein parodiert seine soziale Herkunft nicht nur, er kann sie auch ehrlich vermitteln. Damit gehört Kurt Krömer, dessen bürgerlicher Name Alexander Bojcan ist, zu den wenigen ernstzunehmende Milieufiguren im deutschen Fernsehen.

Aus dem Leben des Kurt Krömer

Die Karriere Alexander Bojcans begann in der Tat vergleichsweise weit unten. Nachdem er nach der 10. Klasse die Schule verlassen, eine Lehre als Herrenausstatter abgebrochen und sich mit Jobs als Hausmeister, Hilfsbauarbeiter und Zeitungsverkäufer verdingt hatte, beginnt er an seiner Karriere als Komiker zu feilen. Er schafft es ins Chamäleon-Varieté und jobbt nebenher weiter als Kellner, wohnt in einer Hinterhofwohnung ohne Dusche und schlägt sich ab sofort als "Lebenskünstler" durch. Als er sich durch zahlreiche Auftritte auf Kleinkunst- und Theaterbühnen einen Namen macht, überhäuft ihn das Fernsehen mit Comedy-Konzepten. Die meisten Angebote lehnt er ab: "Krömer muss Krömer bleiben! Ick lass ma nich verbiegen! Keine Verkleidungen und keine Doktorsketche!". Als hartnäckiger gegen-den-Strom-Schwimmer schaffte es Kurt Krömer dennoch ins Fernsehen - mit seiner eigenen Show "Die Kurt Krömer-Show", die er später als Talksendung "Bei Krömers" weiterführte. Seit 2007 läuft "Krömer - die internationale Show" im Hauptprogramm der ARD.
Text: A. K. / Stand: 03.10.2018

Berliner Persönlichkeiten

Berlin Portal: