Im tiefsten Kreuzberg: SO 36 Berlin

Hausbesetzer und Hartz IV-Empfänger, Straßenschlachten und Multikulti, buntes
Nicht weit vom SO 36 Berlin  das Kottbusser Tor
Foto: © avinic
Nachtleben und Grillen im Grünen: All das gehört zu der Mischung, die den "wilden" Teil von Kreuzberg ausmacht.

SO 36 hieß einst der Postzustellbezirk, zu dem neben dem nördlichen Teil von Kreuzberg auch noch Teile von Mitte und Treptow gehörten. Das restliche Kreuzberg trug die Postleitzahl SW 61. Um den "schmuddeligen" vom "bürgerlichen" Teil zu unterscheiden, reden die Bewohner noch heute von Kreuzberg 36 bzw. Kreuzberg 61.

Der Oranienstraße vom Oranienplatz bis zum Görlitzer Bahnhof zu folgen, ist eine gute Gelegenheit, den Kiez kennen zu lernen. Hier findet man Comic-Laden neben türkischem Kitsch-Geschäft, Designermode neben Stehimbiss und viele Cafés, Restaurant und Kneipen, in denen sich der Tag ebenso gut beginnen wie ausklingen lässt.

Hier logiert auch das legendäre SO 36. Den Club, der den Namen des Viertels trägt, gibt es seit Ende der 70er Jahre. Früher ein Treffpunkt der Punk-Szene finden in der
Halle heute vielfältige multikulturelle und schwullesbische Veranstaltungen statt. Nach 30 Jahren droht diesem geschichtsträchtigen Zentrum der Untergrundkultur allerdings die Schließung, da neue Lärmschutzauflagen zurzeit nicht erfüllt werden können.

Auch Abstecher in die Seitenstraßen lohnen sich: z.B., um im Frauenhamam in der Mariannenstraße zu entspannen. Am Mariannenplatz steht das Künstlerhaus Bethanien, und bis die grüne Bezirksverwaltung beschloss, die Wiese für Festivitäten zu sperren, um den Rasen "zum Wohle der Bürger" zu schützen, fand hier jeden Sommer das internationale Straßentheater-Festival statt - 2009 wohl zum letzten Mal. Das Myfest wird dagegen wohl nicht so schnell abgeschafft: Die Deeskalationsmaßnahme verhindert mehr oder minder erfolgreich größere Ausschreitungen zum 1. Mai und lässt den Kiez jedes Jahr fast aus den Nähten platzen.

Einen weiteren kleinen Abstecher entfernt liegt das Kottbusser Tor - ebenfalls eine Zutat der Kreuzberg 36-Mischung. Hier ragt das Wohn- und Gewerbesilo ZK (Zentrum Kreuzberg) in die Höhe und noch mehr in die Breite. Sozialer Wohnungsbau, der von vornherein zum sozialen Brennpunkt prädestiniert war: hässlich, seelenlos und unübersichtlich. Nicht nur zwischen Betonpfeilern in düsteren Gängen liegen Junkies neben gebrauchten Spritzen, selbst auf Spielplätzen werden Drogen gehandelt. Doch auch Bars und Künstler haben sich im Betonungetüm angesiedelt, deren Betreiber hoffen, zusammen mit den hier lebenden Familien dem ZK ein neues Gesicht zu geben.

Wem nach all dem Beton der Sinn nach Grün steht, kann sich am Ende des kleinen Rundgangs in den Görlitzer Park begeben oder in eines der Cafés am Landwehrkanal einkehren. Kreuzberg 36 hat viele Gesichter - und oft liegen sie direkt nebeneinander.
Text: -JJ-


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