2700 neue Lehrer für Berlin – viele sind Quereinsteiger

Lehrer als Quereinsteiger in Berlin

Silhouette von Berlin (Foto: © JiSign )

Am Montag, dem 20. August 2018, gehen für Berliner Schüler die großen Ferien zu Ende. Nach rund sechs Wochen Freiheit und Spaß müssen sie dann wieder die Schulbank drücken. Erstklässler starten eine Woche später in den vielbeschworenen Ernst des Lebens. Pünktlich zum neuen Schuljahr (Ferientermine in Berlin) erschien in dieser Woche der Bildungsmonitor der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Der Bildungsmonitor vergleicht, wie sich die Leistungen der Schüler in den einzelnen Bundesländern entwickeln. Berlin bildete in den vergangenen Jahren das Schlusslicht. In diesem Jahr konnte sich das Land immerhin auf Platz 13 verbessern. Die rote Laterne geht an Bremen, den ersten Platz im Ländervergleich belegt Sachsen.

Berliner Schüler erbringen bundesweit schlechtere Leistungen

Die bessere Platzierung ist aber kein Grund zur Freude. Insgesamt haben sich laut INSM die Leistungen der Schüler im gesamten Bundesgebiet verschlechtert. Viertklässler schneiden vor allem in den Kernfächern Mathe und Deutsch schlechter ab als in den vergangenen Jahren. Die Schulabbrecherquote ist ebenfalls gestiegen. Vor allem jugendliche Flüchtlinge verlassen die Schule ohne Abschluss. Schlechte Noten vergibt die INSM zudem in den Bereichen Schulqualität, Integration und Bekämpfung der Bilungsarmut.

Berlin stand vor allem vor der Herausforderung, zum Schuljahresbeginn ausreichend Lehrer einzustellen. Im neuen Schuljahr sind an den Berliner Schulen 359.000 Schüler zu unterrichten, rund 8.000 mehr als im vergangenen Jahr. Viele Kinder nehmen Nachhilfeunterricht in Berlin in Anspruch.

Zahlreiche Lehrer in Berlin sind Quereinsteiger

Ausreichend Lehrer sind nun gefunden: Für 2.400 zu besetzende Stellen sind 2.700 neue Lehrkräfte angestellt worden. Doch nur bei rund 1.000 von ihnen handelt es sich um voll ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen. Rund 750 sind Quereinsteiger, die zwar das Fach studiert haben, in dem sie unterrichten, aber keine pädagogische Ausbildung mitbringen. Diese absolvieren sie nun nachträglich, begleitend zum Referendariat. 915 weitere neu angestellte Lehrkräfte haben keines üblichen Unterrichtsfächer studiert. Sie werden als Lehrkräfte ohne Lehrbefähigung, kurz LovL, beschäftigt, ihre Verträge sind meist befristet. Damit in der kommenden Woche ausreichend Lehrer vor den Schülern stehen, wurden auch bereits pensionierte Lehrkräfte und Studenten für Berliner Schulen rekrutiert. 90 weitere Lehrer sollen in den nächsten Wochen noch angestellt werden, um in Krankheitsfällen einspringen zu können.

Der Lehrermangel macht sich bundesweit bemerkbar. Die Länder machen sich so auch untereinander Konkurrenz. Um gegen den Lehrermangel vorzugehen, bietet Berlin ab dem Wintersemester 2018/2019 rund 600 mehr Studienplätze für Lehramtsstudenten an, insgesamt 3.150. Kurzfristig sollen höhere Gehälter den Lehrberuf attraktiver machen. Grundschullehrer erhalten ab 2019 mindestens 5.300 Euro brutto, für Lehrer an Brennpunktschulen gibt es einen Zuschlag von 300 Euro monatlich.