Altglas-Tonnen verschwinden von Berliner Privatgrundstücken

Abfallwirtschaft in Berlin

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Zahlreiche Berliner müssen sich in den kommenden Wochen auf längere Wege zum Altglas-Container gefasst machen. Rund 30.000 Altglas-Tonnen sollen von Berliner Privatgrundstücken verschwinden. Der Senat, die Berliner Stadtreinigung und der Recycling-Anbieter Duales System wollen damit erreichen, das mehr Berliner ihr Altglas zu den öffentlichen Sammelcontainern bringen.

Öffentlicher Container statt private Tonne

Die Umstellung betrifft vor allem Berliner in den Außenbezirken. Wer außerhalb des S-Bahnrings wohnt, muss sich darauf einstellen, dass in den kommenden Tagen Mitarbeiter der BSR und des Dualen Systems vorbeischauen und die Tonnen abholen. Nach und nach soll die Zahl der Tonnen von aktuell rund 94.400 auf 62.000 reduziert werden. Zugleich sollen mehr öffentliche Container für Weißglas, Grünglas und Braunglas aufgestellt werden.

Bereits vor zwei Jahren gab es Pläne, die Altglassammlung auf Privatgrundstücken einzuschränken. Der Widerstand war groß, damals entschied das Abgeordnetenhaus daher, die haushaltsnahe Altglassammlung zu erhalten. Auch heute gibt es reichlich Kritik am Abzug der Altglas-Tonnen. Der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz empfiehlt den Bürgern, der Abholung ihrer Tonnen zu widersprechen. Klimapolitisch setze die Umstellung der Altglassammlung ein vollkommen falsches Signal. Außerdem widerspreche die Umstellung den Vorgaben des Abgeordnetenhauses. Die FDP schließt sich dieser Kritik an, die CDU fordert, lieber mehr öffentliche Altglascontainer aufzustellen, statt Tonnen abzuziehen. Die Adressen der BSR Recyclinghöfe in Berlin.

In den Altglastonnen landet auch viel anderer Müll

Warum soll die Altglassammlung auf Privatgrundstücken überhaupt eingeschränkt werden? Laut Angaben der Abfallwirtschaft funktioniert sie einfach nicht so gut wie die Sammlung in den großen, öffentlichen Containern. Auf Privatgrundstücken stehen zum Beispiel meist nur Tonnen für Weiß- und Buntglas. Es landet aber immer wieder Braun- und Grünglas in der Weißglas-Tonne. Das erschwert das Sortieren beim Recycling. Außerdem werfen Anwohner auch andere Abfälle in die Tonnen. Die großen Sammelcontainer ließen sich zudem mit weniger Aufwand entleeren.