Senat will Berliner Plattenbauten aufstocken

Bald mehr Wohnungen in Berlin?

DDR Plattenbau DDR Plattenbau / Foto: © Sinuswelle

Es ist schon lange keine Neuigkeit mehr, dass in Berlin Wohnungen fehlen. Am vergangenen Dienstag hat der Senat nun ein Maßnahmenpaket beschlossen, um den Wohnungsneubau zu beschleunigen. Ein Teil des Plans: die Aufstockung alter DDR-Plattenbauten.

Plattenbauten als Retter in der Wohnungsnot

Laut Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) bieten die Flachdächer der Plattenbauten aus DDR-Zeiten großes Potenzial, um neuen Wohnraum zu schaffen. Allein die Häuser im Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Hogowe bieten 32.000 Quadratmeter Dachfläche. Die Hogowe fungiert als Partner des Senats in einem Pilotprojekt, das klären soll, welche baulichen Möglichkeiten die Plattenbauten bieten. Der Senat hat dabei vor allem Gebäude des Typs WBS 70 im Blick. Das sind fünf- bis sechsgeschossige oder zehn- bis elfgeschossige Hochhäuser. Auf ihren Flachdächern könnten in Leichtbauweise zwei oder mehr zusätzliche Geschosse entstehen. Zuvor müssen aber unter anderem noch Fragen zur Statik, zur Gestaltung des Brandschutzes und der Rettungswege geklärt werden. ( Lesen Sie auch unsere Tipps zur Wohnungssuche in Berlin! )

Die „Platte“ als Retter in der Wohnungsnot: Das ist ein Kurswechsel in der Berliner Wohnungsbaupolitik. Vor zehn bis 15 Jahren wurden noch zahlreiche Plattenbauten abgetragen. In anderen Häusern wurde die Zahl der Stockwerke reduziert, von elf auf drei bis sechs Geschosse. Rund 5.000 verschwanden auf diese Weise.
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Weitere Punkte des Maßnahmenpakets

Das Maßnahmenpaket sieht noch weitere Neuerungen vor. So wird eine Task Force eingesetzt, um die Entwicklung in 14 neuen Stadtquartieren zu steuern. Behörden in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, für Umwelt und Verkehr sowie in den Bezirken sollen 100 neue Stellen erhalten. Außerdem sollen in Zukunft bereits Bäume auf Baugrundstücken gefällt werden, noch bevor eine Baugenehmigung vorliegt. Ein gestellter Bauantrag reicht aus. Das soll verhindern, dass sich Bauprojekte verzögern. Von März bis November dürfen nämlich keine Bäume gefällt werden. Zum Ausgleich für die gefällten Bäume werden neue Grünflächen angelegt. Das darf nun auch auf Stadtgüterflächen in Brandenburg geschehen.

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