Berliner Schulen: Es fehlen mindestens 9.500 Plätze

Kind in der Schule
Es gibt zu wenige Schulen in Berlin. / Foto © Monkey Business - stock.adobe. com

Berlins Schulen schlagen Alarm: Vor den Weihnachtsferien hat der Fachbereichsleiter des bezirklichen Schulamtes in Berlin-Tempelhof, Steffen Künzel, einen Brandbrief an alle Schulen des Bezirks geschickt. Darin macht er auf einen „Notstand“ aufmerksam. Schon jetzt fehlen an den Tempelhofer Schulen für das kommende Schuljahr rund 90 Plätze für schulpflichtige Kinder.

Für „Willkommensklassen“ fehlt es an Raum

Dabei handelt es sich um Plätze für Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse, die Anspruch auf Unterricht in Kleinklassen mit weniger als zwölf Schülern haben. An den Schulen fehlt es jedoch an Räumen und zum Teil auch an Personal, um diese Kinder aufzunehmen. Künzel zufolge betrifft dies sechs Schulplätze in den ersten Schuljahren, 30 in den Klassenstufen 3 bis 6 und 50 in den Klassenstufen 7 bis 10. In seinem Brief ruft er die Schulleiter dazu auf, doch noch nach Unterbringungsmöglichkeiten für die sogenannten „Willkommensklassen“ zu schauen. Ansonsten würde man die Gruppengröße in diesen Klassen erhöhen müssen, was jedoch aus pädagogischer Sicht nicht wünschenswert ist.

Einige Schulen haben die eigens eingerichteten Lerngruppen eigenmächtig wieder geschlossen. Künzel möchte bisherige Ausnahmen daher nicht mehr gelten lassen. Alle Schulen sollen künftig in die Pflicht genommen werden, insbesondere solche, an denen die Willkommensklassen bislang noch nie angeboten wurden. Vor allem Gymnasien sollen sich Künzel zufolge mehr ihrer Verantwortung stellen.

Mobile Bauten und Überbelegung als Notlösung gegen Platzmangel

Insgesamt fehlen zum Schuljahr 2020/21 in Berlin rund 9.500 Schulplätze. Das gab Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bereits im vergangenen Sommer bekannt. Zuvor war noch die Rede von bis zu 26.000 fehlenden Plätzen gewesen. Dabei habe es sich jedoch um eine Maximalprognose gehandelt, die nicht geeignet sei, um den tatsächlichen Bedarf der Schulen zu ermitteln, begründete Scheeres die plötzliche Anpassung der Bedarfszahlen. (Tipps für Kinder in Berlin)

Die neue Schätzung basiert auf einer Modellrechnung des Referats für Statistik der Senatsbildungsverwaltung. Demnach erwarten Berliner Schulen 2020/21 gut 14.000 Schüler mehr als im aktuellen Schuljahr. 9.500 Plätze sind davon noch nicht gedeckt, davon rund 5.900 an Grundschulen, 3.000 an Sekundarschulen und etwa 700 an den Gymnasien. Der Platzbedarf soll durch mobile Einrichtungen wie modulare Holzbauten und Container gedeckt werden, außerdem sollen Hindernisse für Bauvorhaben an den Schulen reduziert werden. Dennoch müssen an allen Schulformen die empfohlenen Klassengrößen überschritten werden. Die Universitäten in Berlin und Brandenburg

1 Kommentar

  1. Wieder ein schönes Beispiel das unser 2rg Senat nichts (wirklich) hin bekommt! Alles nur „Gequatsche“ ….

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