Berlins Bäumen fehlt der Regen – braucht die Stadt einen Sommerdienst?

Trockenheit in Berlin und Brandenburg

Baum in Berlin
Zu trocken für die Bäume in Berlin! Foto: Tkni

Neben der Corona-Pandemie geht das Thema Klimawandel gerade etwas unter. Allerdings fällt auf, dass es seit Wochen nicht mehr richtig geregnet hat. Darunter leidet das öffentliche Grün. Nach zwei Hitzesommern in Folge ist in den oberen Bodenschichten nicht mehr ausreichend Wasser vorhanden, um Stadtbäume und Büsche zu versorgen. Die Folge: Erste Trockenschäden lassen sich jetzt schon beobachten. Und alles lässt darauf schließen, dass in diesem Jahr ein weiterer Dürresommer bevorsteht. Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus fordert daher, einen Sommerdienst zur Bewässerung der Stadtbäume einzuführen. Auch die Bäume in den Berliner Parkanlagen brauchen Wasser!

Mit Wassertankern zur Grünflächenbewässerung

Der Sommerdienst soll analog zum Winterdienst funktionieren. Statt Schnee zu räumen und Straßen zu streuen, bestünde seine Aufgabe aber darin, öffentliche Grünflächen und Bäume zu wässern. Diese Arbeit solle bereits im Frühjahr beginnen. Dafür bräuchte es Fahrzeuge mit entsprechender Wassertankausrüstung. Der SPD-Fraktion zufolge solle die Bewässerung nicht an private Firmen vergeben werden. Stattdessen sollen die Berliner Bezirke bzw. die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) über die Bewässerungsfahrzeuge verfügen. Später könne man auch verstärkt auf digitale Bewässerungsanlagen setzen, wie sie zum Beispiel im Tiergarten bereits zum Einsatz kommen.

Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt

Ein derartiger Sommerdienst würde die Stadt natürlich einiges kosten. Die SPD-Fraktion rechnet mit Summen in Milliardenhöhe. Dennoch bräuchte es solche Maßnahmen, um die rund 420.000 Berliner Stadtbäume vor der Dürre zu schützen. Insbesondere für junge Bäume ist die Trockenheit eine Gefahr, da ihre Wurzeln noch nicht bis in tiefere Bodenschichten hinabreichen. Auch Sträucher und Büsche vertrocknen.

Nicht nur das Stadtgrün hat es schwer, durch die Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. 2019 brannte es in Brandenburgs Wäldern über 400 Mal. In diesem Jahr gab es bereits 50 Waldbrände auf neun Hektar Fläche. Die Waldbrandgefahrenstufe in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten steht auf der fünften und damit höchsten Stufe. Auch in den Berliner Wäldern steigt die Waldbrandgefahr.