Einwohnerstatistik Berlin: Die Hauptstadt wächst weiter – vor allem durch Zuwanderung

Immer mehr Menschen leben in Berlin

Junges Paar in Berlin am Brandenburger Tor
Es leben immer mehr Menschen in Berlin. / Foto: ©william87 - stock.adobe .com

Zum Ende des Jahres 2018 lebten 3.644.998 Menschen in Berlin – ein Bevölkerungsplus von 31.300 Menschen. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Statistischen Amts Berlin Brandenburg hervor. Die Hauptstadt wächst damit weiter, allerdings nicht mehr so schnell wie zuvor. In den vergangenen fünf Jahren lag der Bevölkerungszuwachs noch bei durchschnittlich 47.700 Personen im Jahr.

Berliner zieht es nach Brandenburg

Das anhaltende Bevölkerungswachstum ist vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. Der Anteil an Berlinern mit ausländischem Pass lag Ende 2018 bei 18,5 Prozent.
( Ausländer aus ca. 193 Staaten leben in Berlin.)
Die Zahl der Berliner mit deutschen Pass ging dagegen um 6.000 zurück. Das liegt nicht nur daran, dass die Geburtenrate unter den Berlinern mit deutschem Pass geringer ist als die Sterberate; es ziehen auch mehr Berliner aus der Hauptstadt weg. Davon wiederum profitiert Brandenburg. Im Jahr 2018 konnte das benachbarte Bundesland 20.800 neu hinzugezogene Einwohner begrüßen, die meisten davon kamen aus Berlin und ließen sich in der märkischen Umgebung nieder. Das Leben in Berlin hat Vorteile und Nachteile.

Anteil der Familien geht zurück

Die Auswertung des Statistik-Amtes zeigt auch: Berlin ist weiterhin die Hauptstadt der Singles. Die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte stieg von 1991 bis 2018 um 36,3 Prozent an. Die Zahl der Haushalte mit drei oder vier Personen sank im selben Zeitraum um 16,4 Prozent. Für Familien mit Kindern unter 18 Jahren scheint Berlin eher unattraktiv zu sein. Das kann am überlaufenen Wohnungsmarkt und den steigenden Mieten liegen, viele Familien sehnen sich vielleicht auch nach einem Haus im Grünen. Die Zahl der Ehepaare mit Kindern ging seit 1991 jedenfalls um 33,6 Prozent zurück. Auch die Zahl der Alleinerziehenden sank bis 2018 um 19,4 Prozent.
Freizeitangebote und Sehenswürdigkeiten für Kinder in Berlin.

Berlin bleibt weiterhin arm

Das Wirtschaftswachstum wirkt sich derweil nicht positiv auf die Einkommenssituation in Berlin aus. Das monatliche Haushaltseinkommen liegt im Mittel bei 1.375 Euro netto. 1991 betrug es umgerechnet 1.1175 Euro – ein Einkommenszuwachs von nur 0,5 Prozent im Jahr. Die Quote der Berliner, die von Armut gefährdet sind, lag Ende 2018 bei 16,5 Prozent.
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