Kommt die Loveparade zurück nach Berlin?

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Im Jahr 1989 zog die erste Loveparade durch Berlin. Was als kleiner Straßenumzug zu Technomusik und mit dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ begann, wurde bald zum riesigen Phänomen mit bis zu 1,5 Millionen Teilnehmern. Von Berlin wechselte die Loveparade ins Ruhrgebiet. Eine Massenpanik mit mehreren Toten und Verletzten setzte ihr 2010 ein Ende. Dr. Motte, Gründer der Loveparade, möchte sie jetzt in Berlin wiederaufleben lassen.

Dr. Motte, mit bürgerlichem Namen Matthias Roeingh, will mit einer Neuauflage der Loveparade auf das Clubsterben in der Hauptstadt reagieren. Das Ziel: die Technokultur zu erhalten. Dazu haben der DJ und seine Mitstreiter von der gemeinnützigen GmbH „Rave the Planet“ einen ehrgeizigen Plan gefasst. Sie wollen Techno von der Unesco als immaterielles Weltkulturerbe schützen lassen. Noch in diesem Jahr soll ein entsprechender Antrag gestellt werden. Außerdem wollen sie einen offiziellen Feiertag der Technokultur initiieren.

Finanzierung durch Crowdfunding

Am Montag stellte Dr. Motte zusammen mit „Rave the Planet“ auch seinen Plan für die neue Loveparade vor – direkt im Einkaufstempel „Mall of Berlin„, also an dem Ort, an dem sich früher der legendäre Techno-Club Tresor befand. Der Platz steht symbolisch für all die Orte, an denen Clubs den Bürokomplexen der Investoren weichen müssen. Im Garten des ehemaligen Tresor haben Dr. Motte und „Rave the Planet“ auch ein Modell der Straße des 17. Juni aufbauen lassen. Dieses Modell spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Loveparade-Neuauflage. Die funktioniert nämlich über Crowdfunding. Durch Spenden der Öffentlichkeit möchte Dr. Motte nicht nur Geld einnehmen, sondern auch herausfinden, ob die breite Masse eine neue Loveparade überhaupt will.

Rückkehr in den Tiergarten geplant

Und so funktioniert das „Fundraving“, wie Dr. Motte sein Crowdfunding getauft hat: Das Modell soll mit Figuren gefüllt werden. Die Figuren können Spendenwillige ab einem Preis von 5 Euro in der „Mall of Berlin“ oder online erwerben. Dr. Motte schätzt, dass die Parade mit rund 1,5 Millionen Unterstützern finanziert werden kann. Die Aktion scheint Anklang zu finden, am Dienstag waren zumindest schon einige der Figuren ausverkauft.

Stattfinden soll die neue Parade wieder im Tiergarten. Schon 2020 könnten hier wieder die Massen tanzen – und die Parade als angemeldete Demonstration mitten durch Berlin ziehen.