Baubeginn für das Museum der Moderne am 3. Dezember

Ein neues Museum für Berlin

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Das Museum der Moderne gehört zu den umstritteneren Bauprojekten in Berlin. Nach Jahren der Planung soll nun endlich der erste Spatenstich erfolgen. Als Termin wurde der 3. Dezember angesetzt. Der Baubeginn in diesem Jahr ist relevant, da mehrere Sammler dies zur Voraussetzung gemacht hatten, um ihre Werke zur Verfügung zu stellen.

Bau wird voraussichtlich 450 Millionen Euro kosten

Eigentlich sollte das Museum der Moderne bereits am 2021 eröffnen. Daraus wird nun nichts, auf einen Eröffnungstermin möchte sich zurzeit niemand konkret festlegen, 2026 könnte es soweit sein. Zudem wird das Projekt teurer als zuvor angesetzt: Statt 200 Millionen Euro wird es rund 450 Millionen Euro kosten – voraussichtlich. Erst in der vergangenen Woche hatte der Haushaltsausschuss im Bundestag diese Summe gesichert.

Der fertige Bau soll etwa 9.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für eine der wichtigsten Sammlungen mit Kunst des 20. Jahrhunderts bieten. Etwa 1.000 Quadratmeter davon stehen für umfassende Privatsammlungen zur Verfügung. ( Weitere Museen in Berlin )

Kritik am Entwurf von Jaques Herzog

Aber warum ist das Museum der Moderne eigentlich so umstritten? Der Entwurf für den Bau stammt vom Schweizer Star-Architekten Jacques Herzog von Herzog & de Meuron. Die zeichneten sich unter anderem auch für die Elbphilharmonie in Hamburg, das Olympiastadion in Peking und die Allianz Arena in München verantwortlich. Der Entwurf für das Berliner Museum der Moderne stieß allerdings bei Architekten-Kollegen und Kunstexperten auf große Kritik. Die Ziegelsteinfassade und das Satteldach kamen nicht gut an. Abfällig war auch vom „Bierzelt“ oder von der „Scheune“ die Rede. Standort und Ausmaße des neuen Baus würden außerdem dazu führen, dass das Museum die neue Nationalgalerie und die Philharmonie verdeckt, so ein weiterer Kritikpunkt.

Nach allen Seiten offenes Museum

Mit einer Online-Petition wollten die Kritiker den Bau verhindern und eine öffentliche Debatte zur Gestaltung des Museums anregen. Die Petition fand allerdings nur wenig mehr als 1.200 Unterzeichner und so wird das Museum der Moderne nun doch so gebaut, wie von Herzog geplant. Der glaubt an sein Konzept, das den Eindruck einer Vorder- und Rückseite gar nicht erst entstehen lassen soll. Sein „Museum des 20. Jahrhunderts“ soll sich nach allen Seiten hin öffnen und optisch den Kontakt zu den weiteren Gebäuden am Kulturforum suchen. In einer großen Glasscheibe am Giebel des Neubaus soll sich zum Beispiel die Neue Nationalgalerie spiegeln. Durch den labyrinthartigen Aufbau im Inneren sollen sich neue Sichtachsen eröffnen.
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