Neuer Feiertag für Berlin: Welcher soll es werden?

Braucht Berlin noch einen Feiertag?

Silhouette von Berlin (Foto: © JiSign )

Seitdem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erstmals einen neuen Feiertag ins Gespräch gebracht hat, wird über das Datum diskutiert. Soll es der 18. März werden, um an die Märzrevolution von 1848 zu erinnern? Oder doch der 17. Juni, der Tag des Volksaufstands in der DDR? Oder vielleicht der 8. Mai, um dem Kriegsende von 1945 zu gedenken? [ Feiertage in Berlin]

Müller wirbt für den 18. März als Feiertag

Die Diskussion bekam neuen Aufwind, als Müller der Berliner Morgenpost erstmals sein bevorzugtes Datum nannte. Sein persönlicher Favorit ist der 18. März, da er es sehr reizvoll fände, die Ereignisse der Märzrevolution 1848 zu würdigen. Als Folge der Revolution von 1848, im Streben nach Deutschlands nationaler Einheit, entstand das in der Frankfurter Paulskirche tagende Parlament und erarbeitete ein Verfassungswerk, auf dem das Grundgesetz beruht. Schwarz-rot-gold wurden als deutsche Nationalfarben festgelegt. In Berlin kam es in der Nacht vom 18. auf den 19. März 1848 zu blutigen Kämpfen auf der Breiten Straße und vor dem Stadtschloss. Etwa 240 Zivilisten starben, außerdem 200 Soldaten und Polizisten.

Das Jahr 1848 gilt als Geburtsstunde der deutschen Demokratie. Allerdings waren die Einheitsbestrebungen auch von Nationalismus, Fremdenfeindschaft und Antisemitismus durchsetzt. Der Vorschlag, den 18. März als neuen Feiertag für Berlin zu wählen, stößt daher nicht überall auf Gegenliebe. Die Leser der Berliner Morgenpost sprachen sich in einer Abstimmung für den 17. Juni aus, den Tag des Volksaufstands in der DDR im Jahr 1953. Dieses Datum immerhin war schon einmal Feiertag und fällt in den Sommer – ein freier Tag erscheint da vielen attraktiv.

Im Senat gibt es unterschiedliche Vorlieben

Ebenfalls zur Wahl stehen noch der 27. Januar, der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945, der 8. März, der Internationale Frauentag, und der 9. November. Dieses Datum steht gleich für drei Ereignisse und wäre ebenfalls eine ambivalente Wahl: Der 9. November ist der Tag der Ausrufung der deutschen Republik 1918, der Pogrome gegen Juden von 1938 und des Mauerfalls von 1989.

Im Berliner Senat wird noch weiter diskutiert. Während Müller sich für den 18. März stark macht, favorisiert Die Linke den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Dagegen spricht, dass bereits sehr viele Feiertage in den Mai fallen. Die Grünen haben sich noch nicht festgelegt. (Foto: © JiSign)

1 Kommentar zu Neuer Feiertag für Berlin: Welcher soll es werden?

  1. Evtl. sollten wir uns auch mal Fragen ob sich Berlin noch einen Feiertag leisten kann?

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