Senat beschließt: Schulessen soll ab dem nächsten Schuljahr kostenlos sein

Kinder in Berlin sollen kostenloses Schulessen bekommen

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Ab dem kommenden Schuljahr soll den Klassenstufen eins bis sechs an Berliner Schulen ein kostenfreies Mittagessen garantiert werden. Das hat der Senat am vergangenen Donnerstag beschlossen. Die rot-rot-grüne Regierung möchte damit Familien entlasten. Die Opposition hält des Gesetzesentwurf dagegen für reinen Stimmenfang und befürchtet Qualitätsverlust. Auch aus den Schulen kommt Kritik.

Gesetz soll ab nächsten Sommer gelten

Noch muss der Gesetzesentwurf in den Fachausschüssen beraten werden. Doch schon im nächsten Sommer soll er in Kraft treten, sodass Schülerinnen und Schüler der Primarstufe nach den Sommerferien ein Anrecht auf ein kostenfreies Mittagessen haben. Wie SPD-Bildungsexpertin Maja Lasic sagte, wolle der Senat angesichts der steigenden Mieten in Berlin Familien entlasten. Familien mit zwei Grundschulkindern würden für das Schulessen bis zu 3.000 Euro im Jahr ausgeben. ( Mehr Tipps für Kinder in Berlin )

Die Oppositionsparteien fürchten derweil, dass die Qualität des Schulessens nachlassen werde. Das Geld, das aus dem Schuletat für das Mittagessen aufgebracht werden muss, fehle dann an anderen Stellen, etwa für die Anstellung neuer Pädagogen. Auch könnten Eltern bei der Auswahl der Schulcaterer nicht mehr wie bisher mitentscheiden. Die Koalitionsfraktionen wollen einem Qualitätsverlust entgegenwirken und haben ein „Qualitätspaket Schulessen“ beschlossen. Die Bezirke sollen damit fünf Millionen Euro zusätzlich bekommen, die in Schulmensen investiert werden können. [ Lesen Sie auch: Berlin kostenlos erleben ]

Logistische Herausforderung für die Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den rot-rot-grünen Gesetzesentwurf grundsätzlich. Allerdings befürchtet auch die GEW, dass es statt gesundem, ausgewogenem Schulessen dann hauptsächlich günstiges Fast Food für Schüler gebe. Die Schulen stelle die Verpflichtung, ein kostenloses Mittagessen anzubieten, zudem vor enorme Herausforderungen. Bislang nehmen laut GEW-Schätzungen etwa 70 Prozent der 170.000 Berliner Grundschulkinder an der Nachmittagsbetreuung und am Schulessen teil. Wird das Schulessen kostenlos, geht die GEW davon aus, dass die Zahl der teilnehmenden Schüler um etwa 9.000 steigt. Das bedeutet: Die Schulen müssen mehr Platz schaffen, brauchen eventuell weitere Ausgabestellen und neues Mobiliar und müssen auch mehr Schulessen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus müssen eventuell die Pausenzeiten an die Essensausgabe angepasst werden. Dementsprechend skeptisch sehen auch die Erzieher und Lehrer an vielen Schulen den neuen Gesetzesentwurf.

Tipps für Ihre Freizeit in Berlin:

1 Kommentar

  1. Eigentlich schöne Idee, aber 2rg gibt mal wieder Geld aus das Berlin nicht hat! Ich befürchte auch einen Qualitätsverlust!

Kommentare sind deaktiviert.