Unterricht in den Sommerferien?

Wie geht es in der Corona-Krise weiter?

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Aufgrund der Corona-Krise sind die Schulen geschlossen, der normale Unterricht fällt aus. Zwar bemühen sich viele Lehrer und Eltern, den Unterrichtsstoff auf andere Weise zu vermitteln, zum Beispiel über digitale Medien oder Hausarbeiten, aber nicht alle Schüler und Schülerinnen können auf gleiche Weise daran teilhaben. Der Landeselternausschuss Berlin hält daher eine Ferienschule in den Sommerferien für angeraten. Die COVID-19 Fallzahlen in Berlin und Brandenburg sind weiterhin hoch!

In Sommerschulen den verpassten Stoff nachholen

Auf normalem Wege ließe sich der verpasste Lernstoff kaum nachholen, meint Norman Heise vom Landeselternausschuss. Sommerschulen sollen den Schülern die Möglichkeit geben, Wissenslücken zu schließen. Außerdem müssten die Lehrpläne ausgedünnt werden und sollten sich auf die essentiellen Fächer konzentrieren. Auf Tests und Prüfungen solle zunächst verzichtet werden.

Diskussion um Abiturprüfungen

Diskussionen gibt es derweil auch über die anstehenden Abiturprüfungen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will diese nach den Osterferien stattfinden lassen. Das stößt allerdings auf Protest bei den Schüler- und Elternvertretern. Die Landesschülervertreter haben sich bereits an den Senat gewandt und darauf aufmerksam gemacht, dass für viele von ihnen derzeit keine Möglichkeit bestehe, sich vernünftig auf die Prüfungen vorzubereiten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützen die Schülervertreter in ihrer Bitte.

Auch die Landeselternvertreter schließen sich der Sichtweise der Abiturienten an. Die Eltern befürchten, dass sich eine Übertragung des Viruses in der Schule nicht ausschließen lasse, selbst wenn die Schulen spezielle Hygienemaßnahmen für die Prüfungen erlassen. Gefährlich sei das vor allem für Jugendliche, die selbst zu einer der Corona-Risikogruppen gehören oder besonders gefährdete Angehörige haben. Für diese Jugendlichen sollte ein Annerkennungsabitur auf Basis der bisherigen Leistungen möglich sein. Alle anderen Abiturienten sollten die Prüfungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Bundeseinheitliche Regelung notwendig

Damit das Abitur der Berliner Schülerinnen und Schüler in anderen Bundesländern anerkannt wird, darf Berlin nicht von bundeseinheitlichen Regeln abweichen. Die Berliner Elternvertreter und Gewerkschaften fordern daher eine Regelung auf Bundesebene. Am Mittwoch kommen die Kultusminister der Länder zu einer Gesprächsrunde zusammen, in der eine Lösung gefunden werden soll. Derzeit sind auch fast alle Freizeiteinrichtungen in Berlin geschlossen. Erfahren Sie hier was trotz Coronavirus in Berlin geöffnet ist.