Sicherheitsbedenken: Behörden sagen Mauer-Kunstprojekt ab

Mauer-Kunstprojekt abgesagt

Silhouette von Berlin (Foto: © JiSign )

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.“ – Nun, die Absicht besteht schon, der russische Filmemacher Ilya Khrzhanovsky plante nämlich genau das für sein Kunstprojekt: den symbolischen Wiederaufbau der Berliner Mauer rund um einen Häuserblock, um dahinter ein diktatorisches System erfahrbar zu machen. Doch die Berliner Behörden machten den „DAU“ genannten Projekt einen Strich durch die Rechnung und sagten es aus Sicherheitsgründen ab.

„DAU“: Rekonstruktion der Mauer in Berlin Mitte

Am 12. Oktober wollte Khrzhanovsky ein ganzes Häuserkarree in Berlin Mitte mit einer Rekonstruktion der Berliner Mauer abriegeln. Wer hinter die Mauer schauen wollte, sollte ein „Visa“ erwerben und daraufhin in eine fiktive Welt eintauchen. Außerdem war die Aufführung eines Films über den sowjetischen Physiker und Nobelpreisträger Lew Dawidowitsch Landau (1908-1968) geplant. Der Projektname „DAU“ verweist auf den Namen „Landau“. ( Ausstellungen in Berlin )

Um das Projekt zu prüfen, hatten die Berliner Behörden nur sechs Wochen seit. Ungewöhnlich kurz – Behördenmühlen mahlen langsam und so brauchen werden Vorhaben dieser Größenordnung normalerweise mindestens ein Jahr Vorlaufzeit. Trotz der kurzen Zeitspanne hätten auch noch Unterlagen zur Genehmigung gefehlt, meldeten Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) und Bezirksstadträtin Sabine Weißler (Grüne). Beispielsweise lag noch keine schriftliche Einverständnis der Anwohner vor, lediglich die Zusicherung der Projektleitung, dass sie in engem Austausch mit den Anliegern stehe.

Bedenken bezüglich Brandschutz und Verkehrssicherheit

Vor allem aber hatten die Behörden Sicherheitsbedenken. Beim Brandschutz und bei der Verkehrssicherheit schienen noch zu viele Fragen offen. Sicherheit gehe aber vor und so zückten die Berliner Behörden das Stoppschild.

Schon in den letzten Wochen gab es heftige Debatten um das Kunstprojekt. Unter dem Titel „Wir wollen keine Mauer mehr sehen!“ sprachen sich zahlreiche Prominente gegen die Aktion aus. Künstler und Schauspieler wie Iris Berben, Lars Eidinger, Tom Schilling und Veronica Ferres unterstützten dagegen das Projekt. Zu den Unterstützern gehörten auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller.

Ist nun verkaufsoffener Sonntag am 30.09.2018 in Berlin ?