Niemand kommt, alle sind dabei: Solidaritätsaktion für die Berliner Kulturszene

Kultur in Berlin

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Ein Ticket kaufen und nichts dafür bekommen: Das klingt erst einmal ungewöhnlich, doch außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Außergewöhnlich ist die Corona-Pandemie allemal und stellt die Kulturszene vor große finanzielle Herausforderungen. In Berlin haben daher Kulturschaffende zum Nicht-Festival eingeladen: „Niemand kommt, alle sind dabei“ ist gedacht als Solidaritätsaktion für Berliner Künstler und Kulturschaffende in Existenznot.

Spendenaktion für freischaffende Künstler und Kulturschaffende

Das Niemand Kommt Festival findet am 31. Juli in Berlin statt, oder besser gesagt: Es findet eben nicht statt. Zahlreiche Künstler und Künstlerinnen aus allen Sparten werben für den Ticketverkauf und machen mit, indem sie nicht zum Festival erscheinen. Wer sich solidarisch zeigen möchte, kauft ein Ticket und bekommt als Gegenwert das gute Gefühl, die lokale Kulturszene unterstützt zu haben. Tickets für das Nicht-Festival gibt es ab 22,00 Euro, ermäßigt ab 11,00 Euro. Wer mehr geben möchte, erwirbt Solidaritätstickets für 44,00 oder 95,00 Euro. Merchandise bieten die Veranstalter ebenfalls an, etwa T-Shirts oder Mützen. Die gibt es tatsächlich, in Bio- und Fairtrade-zertifizierter Qualität. Die Einnahmen aus dem Merchandise-Verkauf fließen ebenfalls in die Spendenaktion.

Mehr als 300 prominente Unterstützer

Eigentlich war das Niemand Kommt Festival mit einem symbolischen Termin am 24. Juli angesetzt, aufgrund der großen Nachfrage haben die Organisatoren das Ende der Aktion auf den 31. Juli verschoben. Rund 800 Tickets haben die Veranstalter bereits verkauft. Unterstützung findet die Spendenaktion bei Kulturgruppen, Theatern, Schauspielern wie Axel Prahl und Eva Matthes, Komikerin Gayle Tufts, Musikern und Sängern. Mehr als 300 Einrichtungen und Personen stehen auf der „Nicht-Teilnehmerliste“.

Unterstützen soll die Hilfsaktion Künstler und Kulturschaffende, die bei den staatlichen Soforthilfen durchs Raster gefallen sind. Die Einnahmen der Spendenaktion sollen in Hilfspakete zu je 1.000 Euro aufgeteilt und Ende August an freischaffende Künstler ausbezahlt werden. Eine ähnliche Aktion gab es im Mai bereits in Hamburg, hier kamen mehr als 400.000 Euro an Spenden zusammen.
Lesen Sie auch: Gratis in Berlin – Kunst und Kultur