Das Coronavirus und seine Auswirkungen auf den Kulturbetrieb

Einige Veranstaltungen werden abgesagt

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Das Coronavirus macht sich auch in Wirtschaft und der Kultur bemerkbar. Um der Ausbreitung des Virus vorzubeugen, wurden bereits zahlreiche Großveranstaltungen abgesagt. In Frankreich sind seit dem vergangenen Wochenende Veranstaltungen ab 5.000 Personen komplett untersagt, die Schweiz verbietet sogar Events mit mehr als 1.000 Personen. In Deutschland musste mit der Leipziger Buchmesse auch die erste große Kulturveranstaltung die Segel streichen, in Berlin betraf es die ITB. Auch zahlreiche weitere Messen in anderen deutschen Großstädten mussten ihre Absage bekannt geben, die Hannover Messe wurde verschoben. Neben Großveranstaltungen finden allerdings auch viele kleinere Events nicht statt.
(COVID-19 Fallzahlen in Berlin und Brandenburg)

Kein generelles Verbot von Großveranstaltungen

Ein generelles Verbot von Großveranstaltungen wie in Frankreich oder der Schweiz hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für nicht angemessen. Jeder Veranstalter müsse das Risiko selbst abwägen. Kriterien für die Entscheidung, ob ein Event stattfinden soll oder nicht, seien unter anderem die Teilnehmerstärke und die Frage, ob Teilnehmer aus Risikogebieten dabei sind. Den Gesundheitsbehörden vor Ort steht es zudem frei, Veranstaltungen nur unter Einhaltung bestimmter Auflagen stattfinden zu lassen, etwa was die Belüftung der Location betrifft. Ähnliche Empfehlungen gibt auch das Robert-Koch-Institut (RKI) aus.

Normalbetrieb in den Berliner Museen

Neben der ITB haben in Berlin auch der KitKat-Club und das Kunsthaus Dahlem geplante Events absagen müssen. Im KitKat-Club wurden DJs aus stark vom Virus betroffenen Gebieten Italiens erwartet – ein Risiko, das die Veranstalter nicht eingehen wollten. In den Berliner Museen läuft dagegen der Normalbetrieb weiter. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hält eine Komplettschließung derzeit nicht für nötig. Auch könnte man noch keine größeren Auswirkungen auf das allgemeine Besucherverhalten feststellen. Lediglich einige internationale Reisegruppen hätten ihren Besuch storniert.

Letztlich bleibt es jedem Einzelnen selbst überlassen, ob und welche Veranstaltungen man zurzeit besucht. Berlins Kultursenator Klaus Lederer rief Berliner auf Twitter dazu auf, verantwortlich zu entscheiden. Wer Krankheitssymptome verspürt, solle zuhause bleiben, um andere Menschen nicht zu gefährden.
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(Stand: 06. März 2020)