Hygiene-Kontrollen: Jeder vierte Gastronomie-Betrieb in Berlin fällt durch

Hygiene in den Berliner Restaurants

Koch mit Handschuhen
Wie sieht es mit der Hygiene in den Berliner Restaurants aus? / Foto: © Kondor83

Wer essen geht, erwartet in den Küchen der Restaurants und Lokale einwandfreie Hygiene. Um die Sauberkeit in Berlins Gastronomiebetrieben ist es allerdings nicht immer bestens bestellt. Das zeigen Berichte von Hygiene-Kontrollen immer wieder. Die Verbraucherzentrale Berlin wollte wissen, in wie vielen gastronomischen Betrieben es Beanstandungen gab und fragte bei den Bezirken an. Demnach fiel fast jedes vierte Lokal bei einer Überprüfung durch die Lebensmittelaufsicht durch.

Große Unterschiede zwischen den Bezirken

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg reagierte nicht auf die Anfrage der Verbraucherzentrale. Die übrigen elf Bezirke meldeten für das Jahr 2017 insgesamt 13.689 Hygiene-Kontrollen. In 26,7 Prozent der Betriebe wurden so erhebliche Hygienemängel festgestellt, dass eine Nachkontrolle nötig wurde. In der Nachkontrolle wird überprüft, ob die Betriebe die Auflagen der Kontrolleure einhalten.

In den einzelnen Bezirken sieht die Hygiene in den Betrieben sehr unterschiedlich aus. In Berlin Mitte mussten so nur 4 Prozent der Gastronomie-Betriebe nachkontrolliert werden. In Spandau und Friedrichshain-Kreuzberg gab es in fast jedem zweiten Betrieb Beanstandungen (49,8 Prozent und 49,6 Prozent). Während in Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Treptow-Köpenick kein Betrieb geschlossen werden musste, ordneten die Kontrolleure in 12,1 Prozent der Spandauer Betriebe Schließungen an. Bußgelder wurden am häufigsten in Neukölln verhängt, bei 17,1 Prozent der Kontrollen. [ Restaurants in Berlin ]

Verbraucherzentrale fordert mehr Transparenz für Konsumenten

Lebensmittelkontrollen betreffen nicht nur die Gastronomie, sondern auch andere lebensmittelverarbeitende Betriebe, zum Beispiel den Einzelhandel. Einige Bezirke gaben an, dass sie die Ergebnisse nicht nach Art des Betriebes trennen. Die Anfrage der Verbraucherzentrale Berlin und alle Antworten lassen sich hier einsehen (PDF).

Die Verbraucherzentrale wünscht sich mehr Transparenz für die Konsumenten. Viele machen sich zwar Sorgen um die Sauberkeit in Restaurants und Imbissen, die Ergebnisse der Kontrollen bekommen Verbraucher jedoch nicht zu Gesicht. Die Verbraucherzentrale Berlin fordert daher, die Ergebnisse der Hygiene-Kontrollen bundesweit einheitlich zu veröffentlichen und die Namen der beanstandeten Betriebe zu nennen. In Ländern wie Frankreich und Dänemark sind solche Informationen bereits üblich und haben laut Verbraucherzentrale zur Verbesserung der hygienischen Zustände in den Betrieben geführt. Sollte eine bundeseinheitliche Regelung auf sich warten lassen, fordert die Verbraucherzentrale das Land Berlin auf, die im Koalitionsvertrag vorgesehene landesgesetzliche Regelung zu schaffen.
Tipp: Besuchen Sie die Weihnachtsmärkte in Berlin