Schlafloses Berlin: So viele Berliner leiden unter Schlaflosigkeit

Viele Berliner schlafen schlecht ...

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Schlafen Sie gut? Oder werfen Sie sich nachts hin und her, haben Probleme einzuschlafen und wachen häufig auf? Wer unter Schlafproblemen leidet, befindet sich in Berlin in guter Gesellschaft. Nirgendwo sonst in Deutschland werden so häufig Ein- und Durchschlafstörungen diagnostiziert wie in der Hauptstadt. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse. ( Die Filialen der Barmer in Berlin )

Rund 85.000 Berliner haben Ein- und Durchschlafstörungen

Der Report analysiert unter anderem das Schlafverhalten von Arbeitnehmern. Insgesamt hat die Krankenkasse die Daten von 3,9 Millionen versicherten ausgewertet. In Berlin litten demnach im Jahr 2017 rund 4,4 Prozent der Beschäftigten unter Ein- und Durchschlafstörungen. Das entspricht 85.000 Betroffenen – seit 2005 hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt.

Im gesamten Bundesgebiet sind dem Report zufolge 3,8 Prozent der Arbeitnehmer von Schlafstörungen betroffen. Der Gesundheitsreport führt allerdings nur die eindeutig diagnostizierten Fälle auf. Die Barmer geht davon aus, dass die Dunkelziffer noch wesentlich höher ist. Denn etwa die Hälfte aller Betroffenen geht gar nicht erst zum Arzt. ( Ärzte in Berlin )

Beschäftigte mit diagnostizierter Schlafstörung waren etwa 56 Tage krankgeschrieben. Das ist auf den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und psychischen Erkrankungen zurückzuführen. Bei etwa 38 Prozent der Betroffenen wurde gleichzeitig zu den Schlafproblemen auch eine Depression diagnostiziert. ( Krankenkassen in Berlin)

Diese Beschäftigungsverhältnisse rauben den Schlaf

Frauen sind etwas häufiger von Schlafstörungen betroffen als Männer. Unter den weiblichen Beschäftigten liegt der Anteil bei 5 Prozent, unter den Männern bei 3,3 Prozent. Einfluss auf den Schlaf hat unter anderem die Art der Anstellung, weit über der Diagnoserate anderer Beschäftigter liegen:

  • Busfahrer (68 Prozent)
  • Objektschützer (48 Prozent)
  • Callcenter-Angestellte (38 Prozent)
  • Altenpfleger (31 Prozent)

Auch Beschäftigte in Leiharbeit und in befristeten Tätigkeiten finden seltener erholsamen Schlaf.

Neben prekären Beschäftigungsverhältnissen und jobbedingtem Zeitdruck sind auch Lärm und Verkehr wichtige Einflussfaktoren für einen gesunden Schlaf. Auf dem Land schlafen die Beschäftigen im Durchschnitt besser als in der Stadt. Tabak, Koffein, Alkohol und illegale Drogen wirken sich ebenfalls negativ auf den Schlaf aus und erhöhen das Risiko für Schlaflosigkeit um 25 Prozent.

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