Bildung: Die Änderungen im Berliner Schulgesetz

Neues Schulgesetz in Berlin ab 2019?

Berlin Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Anfang 2019 soll in Berlin ein neues Schulgesetz in Kraft treten. Welche Änderungen sich darin ergeben, hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Dienstag vorgestellt. Ein Kernpunkt ist eine neue Regelung für den Oberschulzugang für Geschwisterkinder.

Neue Regelung für Geschwisterkinder

Zwillingskindern möchte es das neue Schulgesetz künftig einfacher machen, auf dieselbe Schule zu kommen. Werden beide Kinder im selben Schuljahr eingeschult und im Losverfahren erhält eines von ihnen den Platz an der Wunschschule, kann das Geschwisterkind automatisch auch an dieser Schule eingeschult werden. Das bedeutet doppelte Chancen auf einen der begehrten Oberschul-Plätze.

Weitere Änderungen: Kinder, die aus dem Ausland nach Berlin kommen, müssen sich künftig vor Schulantritt von einem Arzt untersuchen lassen. Diese Regelung gilt für Kinder aller Altersgruppen, nicht nur für Erstklässler. Bei der Untersuchung sollen unter anderem Impfstatus und Sehfähigkeit überprüft werden. In vielen Bezirken wird das bereits so gehandhabt, eine einheitliche verbindliche Regelung gab es allerdings bis jetzt nicht.

Gemeinschaftschulen als feste Schulform verankert

Nach zehn Jahren im Pilotprojekt-Status möchte Scheeres auch die Gemeinschaftsschulen als feste Schulform im Gesetz verankern. Bislang gibt es 24 solcher Schulen in Berlin, in denen Schüler von Klasse 1 bis zum Abitur in Gruppen unterrichtet werden, die dem individuellen Leistungsniveau entsprechen. Darüber hinaus soll die Zahl der „inklusiven Schwerpunktschulen“ aufgestockt werden, von 16 auf 36. Die Schulen müssen sich auf höchstens drei Förderschwerpunkte spezialisieren. Außerdem möchte Scheeres die Schulen dazu verpflichten, interne Krisenteams aufzubauen. Krisenteams bestehen aus speziell geschulten Pädagogen und Lehrern, die erster Ansprechpartner bei gewaltsamen Vorfällen sind. Bislang gibt es Krisenteams nur an jeder zehnten Berliner Schule. Die Teams sollen künftig auch Konzepte zur Gewaltprävention erarbeiten.

Schließlich sollen auch die Aufnahmeregelungen für Abendgymnasien gelockert werden. Bislang mussten Anwärter mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen und 19 Jahre alt sein. Die neue Regelung erlaubt Bewerbungen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr und mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung.

Das neue Schulgesetz soll am 18. Oktober zur ersten Lesung ins Abgeordnetenhaus kommen und dann zum Jahresbeginn 2019 in Kraft treten.
( Bildungseinrichtungen in Berlin z.B. die Universitäten in Berlin