1. Mai in Berlin: Polizei zieht positive Bilanz

Berliner Polizei zufrieden mit dem 1. Mai

Die Strategie der Deeskalation scheint aufgegangen zu sein: Am Mittwoch Morgen zeigte sich Berlins neue Polizeipräsidentin Barbara Slowik zufrieden mit dem Verlauf des 1. Mai. Es habe deutlich weniger Straf- und Gewalttaten und weniger Festnahmen gegeben als noch im Vorjahr.

Kurze Route, weniger Teilnehmer als 2017

Zum Tag der Arbeit demonstrieren in Berlin traditionell nicht nur Gewerkschaften, sondern auch linke und linksextreme Gruppen. In der Vergangenheit kam es dabei immer wieder zu Sachbeschädigungen, Gewalttaten und Attacken gegenüber Polizisten. In diesem Jahr verlief die Revolutionäre 1. Mai Demo weitgehend friedlich. Die Route war deutlich kürzer als in früheren Jahren, es waren auch weniger Menschen unterwegs als noch 2017: Der Berliner Polizei zufolge waren rund 6.000 Teilnehmer bei der Demo dabei, 5.300 Polizisten waren im Einsatz. Der Veranstalter spricht von mehr als 15.000 Menschen. 2017 demonstrierten den Polizeiangaben zufolge noch rund 8.000 Menschen gegen kapitalistische Verhältnisse.

Nur wenige Festnahmen im Zusammenhang mit Demonstrationen

Wie viele Festnahmen es im Zusammenhang mit der Demo gab, steht noch nicht genau fest. Laut Slowik liegt die Zahl im unteren zweistelligen Bereich. Zudem seien nur wenige Einsatzkräfte verletzt worden. Vereinzelte Fälle von Sachbeschädigung gab es, einige davon beim zum ersten Mal stattfindenden Demonstrationszug der „Hedonistischen Internationale“ durch den Stadtteil Grunewald. Statt der angemeldeten 200 kamen 3.000 Teilnehmer, Autos wurden mit Sprühlack beschmiert. In der Nacht zum Mittwoch brannten dann noch fünf Autos und vier Müllcontainer. Die Brände seien über die ganze Stadt verteilt aufgetreten, verletzt worden sei niemand. Auch das sind deutlich geringere Zahlen als in den Jahren zuvor.

MyFest und MaiGörli: Friedliche Feiern zum 1. Mai

Ab dem frühen Abend feierten am 1. Mai Zehntausende Menschen friedlich auf dem MyFest in Kreuzberg und dem erstmalig veranstalteten MaiGörli. Der Görlitzer Park musste aufgrund des großen Andrangs sogar schon kurz nach Einlassbeginn geschlossen werden. Während die Besucher dort Spaß hatten, stehen beide Veranstaltungen auch in der Kritik: Die kommerziellen Feste stehen einigen Kritikern zufolge im Gegensatz zum kapitalismuskritischem Gedanken der 1. Mai-Veranstaltungen. Anwohner klagen über die immer weiter wachsende Teilnehmerzahl, vollgepinkelte Hauseingänge und verdreckte Gehwege. Schon am Abend waren die Straßen in Kreuzberg mit Plastikmüll und Flaschen übersät. Auf die BSR wartete am Morgen jede Menge Arbeit. [Foto: © mediterranean]

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