Kriminalstatistik 2016: Weniger Kriminalität, aber mehr Diebstähle

Weniger Kriminalität in Berlin

Pressemitteilungen der Polizei und Feuerwehr aus Berlin und Brandenburg

Am Montag, dem 13. März, stellten Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsident Klaus Kandt die Kriminalstatistik 2016 vor. Insgesamt ist die Anzahl der Fälle leicht zurückgegangen, obwohl Berlin im vergangenen Jahr um rund 60.000 Einwohner wuchs. 568.860 Gesamtstraftaten erfasste die Polizei 2016, 689 Fälle weniger als im vorangegangenen Jahr. Die Aufklärungsquote lag bei 42 Prozent, 2015 waren es noch 43,9 Prozent. Während die Polizei weniger Fälle von Raub, Totschlag und Mord verzeichnete, stieg die Zahl von Diebstählen und Körperverletzungen. ( Die Berliner Polizei )

Zahl der Diebstähle in Berlin steigt

Vor allem die hohe Zahl der Taschendiebstähle stellt die Berliner Polizei vor ein Problem. Im vergangenen Jahr wurden 44.722 Menschen bestohlen, Berliner sowie Touristen. Das ist die höchste Zahl innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Aufklären konnte die Polizei nur 5,3 Prozent der Fälle. Für 1758 ermittelte Tatverdächtige konnte die Polizei immerhin 227 Haftbefehle erwirken. 2015 wurden nur 126 Haftbefehle ausgestellt.

Die Zahl der Autodiebstähle steigt ebenfalls seit Jahren an. 7349 Autos wurden im vergangenen Jahr gestohlen, vor allem teure Karossen. Außerdem wurden 34.418 Fahrräder entwendet. Die Chance, ein gestohlenes Fahrrad wieder zu bekommen, ist verschwindend gering: Die Aufklärungsquote liegt bei 3,5 Prozent.

Weniger Einbrüche und Raubüberfälle in Berlin

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Berlin geht dagegen seit Jahren zurück. Bundesweit ist der genau umgekehrte Trend zu beobachten. 2016 wurde in der Hauptstadt 8211 Mal in Wohnungen und 3296 Mal in Einfamilienhäuser eingebrochen. In Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf ist die Zahl der Wohnungseinbrüche am höchsten, in Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf kommt es zu den meisten Einbrüchen in Einfamilienhäuser.

Die Zahl der Raubüberfälle ging ebenfalls deutlich zurück. 5156 Fälle registrierten die Ermittler, der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Im Vergleich zu 2015 verzeichnete die Berliner Polizei 20 Fälle weniger von Mord und Totschlag, 92 Fälle insgesamt. Die Zahl der Körperverletzungen nahm jedoch zu, von 40.675 auf 42.847. Die Polizei begründet dies auch durch Schlägereien in Flüchtlingsunterkünften. [ Foto: © mediterranean ]
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