Kriminalstatistik 2018: Wie sicher ist Berlin?

Polizei in Berlin
Die Polizei in Berlin - (Foto: © Picture-Factory)

Am vergangenen Mittwoch haben Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik und Innensenator Andreas Geisel (SPD) die Kriminalstatistik der Hauptstadt vorgestellt. Ihr Fazit: Berlin wird sicherer. Im Jahr 2018 verzeichnete die Polizei in Berlin rund 510.000 Straftaten. Das sind viele, aber 8.760 Fälle oder 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote steigt dagegen um 0,2 Prozentpunkte leicht an auf nun 44,4 Prozent.

Zahl der Kriminalfälle ist weiter rückläufig

Damit ist die Zahl der in Berlin verübten Straftaten bereits im dritten Jahr in Folge rückläufig – und das, obwohl die Einwohnerzahl stetig wächst. Für Geisel ist dies ein klares Signal, das eben nicht alles schlimmer wird. Die objektiven Zahlen zeigten genau das Gegenteil.

Am erfolgreichsten ist die Polizei beim Kampf gegen den Taschendiebstahl. Im Vergleich zu 2017 sank die Zahl der Fälle um mehr als 7.000, ein Rückgang um 26.2 Prozent. Die Zahl der Wohnraumeinbrüche sank um 11,7 Prozent, die Zahl der Kfz-Diebstähle ging um 14,5 Prozent zurück und auch an oder aus Autos wurde weniger gestohlen, hier verzeichnet die Statistik einen Rückgang um 11,2 Prozent. Am häufigsten haben es Diebe, die in Autos einbrechen, übrigens nicht auf Radios oder Navis abgesehen, sondern auf Airbags.
( KFZ-Zulassungsstellen Berlin )

Einen auffälligen großen Rückgang gibt es beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen. Fast 3.000 Fälle weniger als im Vorjahr wurden erfasst, ein Rückgang um 97 Prozent.

Kriminalstatistik verzeichnet mehr Gewaltdelikte 

Die Fallzahlen der politisch motivierten Kriminalität sind ebenfalls leicht rückläufig. Allerdings nahm die Zahl der politisch motivierten Gewaltdelikte zu, von 486 Fällen auf 578. Die Anzahl rechtsextremer Straftaten ging leicht zurück, unter den verzeichneten Fällen waren jedoch mehr Gewalttaten. Die Zahl der linksextremen Delikte stieg insgesamt leicht an.

Nicht für alle Kriminalitätsbereiche konnten Slowik und Geisel gute Nachrichten vermelden. So ging zwar die Zahl der Wohnungseinbrüche zurück, dafür steigen Diebe häufiger in Keller ein. 11,4 Prozent mehr Kellereinbrüche als im Vorjahr verzeichnete die Polizei. Den größten Zuwachs gab es bei den Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz, die Fallzahl stieg um 37,9 Prozent.

Darüber hinaus stiegen auch die Zahl der Rauschgiftdelikte (plus 7,4 Prozent) und der Waren- und Warenkreditbetrüge (plus 6,3 Prozent). Die Zahl der Tötungsdelikte stieg von 91 auf 94. Auch die Zahl der Sexualdelikte nahm weiter zu, was jedoch auch mit einer Verschärfung des entsprechenden Gesetzes im Jahr 2016 zusammenhängt. Was als Sexualdelikt gilt, ist nun weiter gefasst. 4.181 Fälle wurden der Polizei im Jahr 2018 bekannt. Die Anzahl der Gewaltdelikte wie Körperverletzung und Raub nahm um 0,4 Prozent zu.

Wie sicher ist Berlin?

Ist Berlin also tatsächlich sicherer? Der Blick auf die Statistik zeigt, dass vor allem die Zahl kleinerer Delikte und der Diebstähle sinkt, während der Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte steigt oder auf hohem Niveau stagniert. Die Kriminalstatistik führt zudem nur die Fälle auf, die auch tatsächlich zur Anzeige kommen. Eine Zahl weist allerdings auf einen positiven Trend hin: die Anzahl der Kriminalfälle auf 100.000 Einwohner*innen. Diese liegt 2018 bei 14.600 Fällen und befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 2012.

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