Kriminalstatistik: Weniger Straftaten in Berlin

Die Berliner Polizei teilt mit:

Pressemitteilungen der Polizei und Feuerwehr aus Berlin und Brandenburg

Am Montag haben der neue Berliner Polizeipräsident Michael Krömer und Innensenator Andreas Geisel (SPD) die aktuelle Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vorgestellt. Demnach zeigt sich in der Hauptstadt ein positiver Trend: Die Zahl der Straftaten ging zurück, die Aufklärungsquote ist leicht gestiegen. ( Polizeidienststellen in Berlin )

Straftaten: Rückgang um 8,5 Prozent

Im Jahr 2017 zählte die polizeiliche Kriminalstatistik 520.437 gemeldete Straftaten. Im Jahr zuvor waren es noch fast 50.000 Delikte mehr. Das entspricht einem Rückgang von 8,5 Prozent – und das, obwohl die Einwohnerzahlen weiter steigen. Von den gemeldeten Verbrechen konnten 44,2 Prozent aufgeklärt werden. Auch das ist ein besseres Ergebnis als 2016. Damals lag die Aufklärungsquote bei 42 Prozent.

Im Vergleich mit weiter zurückliegenden Jahren wirken die Zahlen allerdings etwas weniger positiv. Bis 2013 lag die Zahl der gemeldeten Straftaten nämlich bei unter 500.000. Die Aufklärungsquote betrug vor zehn Jahren noch rund 50 Prozent. Die Berliner Polizei meldete auf Twitter dennoch: „Es ist uns gelungen, diese Stadt sicherer zu machen.“. Innensenator Geisel nennt das „einen guten Trend“, mehr aber noch nicht.

Weniger Taschendiebstähle und Einbrüche

Den höchsten Rückgang gibt es bei den Diebstählen zu verzeichnen: 2017 gab es 39 Prozent weniger Taschendiebstähle als noch 2016. Fahrraddiebstähle gingen um 12 Prozent zurück, Autodiebstähle um 9 Prozent. Die Zahl der Einbrüche sank um 25 Prozent. In rund 44 Prozent der Einbruchsfälle blieb es beim Versuch, die Täter konnten nichts entwenden.

Auch die Zahl der Raubüberfälle ging zurück, um fast 18 Prozent. Die Zahl der Körperverletzungen stagniert allerdings, 2017 wurden 43.000 Fälle gemeldet. Schwere Rohheitsdelikte in der Öffentlichkeit nahmen um 16,7 Prozent zu, es wurden 614 Fälle mehr gemeldet als im Vorjahr. Auch die Gewalt in Bussen und Bahnen verzeichnete einen Anstieg um 8 Prozent. Gewalt gegen Polizisten nahm um 5 Prozent zu.

91 Tötungsdelikte

Die Zahl der Tötungsverbrechen hat den niedrigsten Stand seit zehn Jahren erreicht. 2017 zählte die Polizei 91 Tötungsdelikte inklusive Tötungsversuche, eines weniger als im Vorjahr. Sieben Taten wurden von Zuwanderern begangen. Die Zahl der tatsächlich getöteten Personen stieg von 37 auf 40. Elf der Fälle sind noch offen, ein vergleichsweise hoher Wert.

Die Zahl der politisch motivierten Taten aus dem linken Spektrum sank um 16 Prozent. Die Zahl politisch motivierter Delikte von Rechts stieg um 8 Prozent. Allerdings sank auf beiden Seiten die Zahl politisch motivierter Gewalttaten deutlich.

Zahl der Sexualstraftaten steigt

Einen großen Schatten wirft die gestiegene Zahl der Sexualdelikte auf die Kriminalstatistik. 2017 wurden 32 Prozent mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gemeldet. Eine der Ursachen ist eine Gesetzesänderung: Seit Ende 2016 zählt auch ein unerwünschter Griff an den Po oder an die Brust als Sexualdelikt und nicht mehr als Beleidigung auf sexueller Grundlage.

Eine Woche fehlt übrigens in der polizeilichen Auswertung. Kurz vor Weihnachten streikte der Computer. Daher wurde die letzte Woche des Jahres mit etwa 3000 bis 6000 Fällen nicht mehr erfasst. Diese sollen nun der Kriminalstatistik 2018 zugerechnet werden.
( Foto: © mediterranean )

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