Verdi lässt erneut Sonntagsöffnungen verbieten

Oder wenn eine Gewerkschaft die Zeichen der Zeit nicht erkennt

Frauen beim Sonntagsshopping
Foto: (© Prostock-studio – stock.adobe.com)

Update:
Verkaufsoffener Sonntag am 21.07.2019 nun doch möglich.

Und wieder hat die sogenannte „Dienstleistungsgewerkschaft“ Verdi gegen 3 verkaufsoffene Sonntage in Berlin geklagt und vorerst vor dem Berliner Verwaltungsgericht Recht bekommen.
Die geplanten Sonntagsöffnungen am 21.07. 2019, am 04.08.2019 und 08.09.2019 wurden zumindest vorerst gestoppt.
Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht möglich! Bleibt zu hoffen, dass diese Beschwerdemöglichkeit vom Berliner Senat wahrgenommen wird.

Großer Schaden für die Wirtschaft der Stadt

Die verkaufsoffenen Sonntag sind regelmäßig umsatzstarke Tage. Für viele Einzelhändler ein wahrer Segen, auch weil die Konkurrenz aus dem Internet immer stärker wird und immer mehr Berliner ihre Einkäufe rund um die Uhr (auch an Sonntagen) im Internet erledigen. Kein Wunder- Online shoppen ist heute einfach, bequem und sicher! Einige Online Händler garantieren die Lieferung in 24 Stunden. Gerade hier in Berlin ist die Ware oft noch wesentlich schneller beim Empfänger!

Handelt die Gewerkschaft wirklich im Interesse der Verkäufer?

Ich denke nein – die verkaufsoffenen Sonntage tragen zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei.
Viele Verkäufer ( sicher nicht alle) gehen ganz gerne ab und zu mal am Sonntag arbeiten. Es gibt attraktive Zuschläge und einen Freizeitausgleich.
Und ich denke 10 verkaufsoffene Sonntage im Jahr kann man den Verkäufern zumuten, besonders wenn man bedenkt, dass auch die Verkäufer ( und die Verantwortlichen bei Verdi ) regelmäßig von der Sonntagsarbeit anderer profitieren. ( Kellner im Restaurant, Bademeister im Schwimmbad, Angestellte im Kino / Theater, die Verkäufer an den Tankstellen usw. )

Verdi sorgt für Unsicherheit bei den Einzelhändlern, Angestellten und Kunden

Mit der erneuten Klage sorgt die Gewerkschaft für große Verunsicherung nicht nur bei den Einzelhändlern, sondern auch bei den Verkäufern und bei den Kunden. Keiner kann planen. Wenn das Oberverwaltungsgericht das Urteil kippt, können die verkaufsoffenen Sonntage doch noch stattfinden.
Verdi muss seit vielen Jahren rückläufige Mitgliederzahlen hinnehmen. Es scheint so, dass sich immer weniger Arbeitnehmer von dieser Gewerkschaft gut vertreten fühlen. Nachvollziehbar wie ich finde. (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74814/umfrage/mitglieder-der-gewerkschaft-verdi-seit-2001/)

Ich bin gespannt wie lange die Verantwortlichen bei Verdi noch brauchen, um zu erkennen, dass sich die Einkaufsgewohnheiten der Menschen geändert haben. Wenn der stationäre Einzelhandel bestehen will, muss er sich anpassen. Wenn diese Anpassung durch Gewerkschaften behindert wird, gehen Arbeitsplätze verloren. Schauen Sie sich in Ihrem Kietz um – wie viele Einzelhändler haben in den letzten 10Jjahren aufgegeben? – Richtig! Zu viele!
Infos zu den verkaufsoffenen Sonntagen in Berlin und Brandenburg