Berlin bekommt die erste innerstädtische Teststrecke für autonomes Fahren

Autonomes Fahren in Berlin

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Beim autonomen Fahren steuert ein Computer das Auto, der Mensch sitzt höchstens noch zur Kontrolle mit dabei. Während einige Menschen ob der technischen Möglichkeiten ins Schwärmen geraten, sehen andere im autonom fahrenden Auto eher eine Gefahrenquelle. Trifft der Bordcomputer wirklich bessere Entscheidungen als ein Mensch? Was passiert, wenn die Technik nicht zuverlässig funktioniert?

Auf öffentlichen Straßen in Berlin ist das autonome Fahren noch nicht zugelassen. Zunächst sollen auf Teststrecken Daten gesammelt werden. Am Donnerstag, dem 19. September, haben Berlins Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun die weltweit erste innerstädtische Teststrecke für autonomes Fahren eröffnet. Sie verläuft vom Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg über die Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor.

Fünf Testautos auf 3,6 Kilometer langer Strecke

Bis zu fünf mit digitaler Technik ausgestattete Testautos der TU sollen künftig auf der 3,6 Kilometer langen Strecke unterwegs sein. Zwei davon beherrschen das autonome Fahren, die Autos könnten also theoretisch ohne menschlichen Fahrer unterwegs sein. Die drei anderen sind fürs automatisierte Fahren ausgestattet. Anders als beim autonomen Fahren sitzt dabei noch zwingend ein Mensch im Auto, der das Geschehen überwacht. Auch in den Autos, die jetzt auf der Teststrecke unterwegs sind, ist immer noch ein speziell ausgebildeter Fahrer mit dabei, der im Notfall eingreifen kann. Einige Streckenabschnitte, insbesondere der Ernst-Reuter-Platz, gelten als besonders herausfordernde Verkehrsknotenpunkte. Die Hoffnung: Wenn ein autonom fahrendes Auto hier zurechtkommt, kommt es auch mit der Verkehrssituation auf anderen öffentlichen Straßen klar.

Daten sollen Auskunft über technische Machbarkeit geben

Die Bordtechnik ermöglicht es den Fahrzeugen, miteinander und mit den Verkehrsleitelementen wie Ampeln zu kommunizieren. So erkennen die Autos zum Beispiel, wann eine Ampel von Grün auf Rot schaltet und können das Verkehrsaufkommen beurteilen. Die Teststrecke ist zusätzlich Sensoren an Gebäuden und Verkehrszeichen ausgestattet, die Verkehrsdaten sammeln. Die Systeme sollen dadurch lernen, mit verschiedenen Bedingungen im Straßenverkehr umzugehen. Zugleich sollen die gesammelten  Daten Wissenschaftlern Auskunft über die technische Machbarkeit des autonomen Fahrens geben.

Ursprünglich sollte die Teststrecke bereits im vergangenen Jahr eröffnet werden. Allerdings stehen viele Gebäude unter Denkmalschutz, Sensoren durften nicht ohne Weiteres angebracht werden. Rund anderthalb Jahre dauerte es, bis das Bezirksamt Mitte die Genehmigung zur technischen Ausrüstung der Straße und der Gebäude gab.

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