Illegale Autorennen: Mehr Ermittlungsverfahren gegen Raser

Illegale Autorennen in Berlin

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Seit zwei Jahren gelten illegale Autorennen als Straftat. Das gibt den Ermittlern und der Berliner Justiz einiges zu tun, schreckt die Raser aber anscheinend wenig ab. In den zwei Jahren seit der Gesetzesänderung wurden rund 1000 Ermittlungsverfahren gegen Raser eingeleitet. Das teilte der Erste Oberamtsanwalt Andreas Winkelmann der Presseagentur DPA mit.

Höhere Strafen für Raser

Bis zum Jahr 2017 galten illegale Autorennen lediglich als Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen von maximal 400 Euro geahndet wurden. Im Oktober 2017 wurde das Gesetz geändert und illegale Rennen als Straftat eingestuft. Wer an „verbotenen Kraftfahrzeugrennen“ teilnimmt und dadurch den Tod eines anderen Menschen verursacht, muss mit bis zu zehn Jahren Gefängnis rechnen.

Im Vergleich zu 2018 stiegt die Zahl der Ermittlungsverfahren in diesem Jahr dabei noch einmal um 30 Prozent. Bis Ende November wurden 967 Fälle ermittelt, in 368 wurde Anklage erhoben. In 160 Fällen ist bereits ein rechtskräftiges Urteil gefallen, 277 weitere Fälle wurden eingestellt. 107 der verurteilten Täter mussten eine Geldstrafe zahlen. Die kann empfindlich hoch ausfallen, insbesondere, wenn noch weitere Tateinheiten wie etwa Beleidigung dazukommen. Ein Täter wurde so zum Beispiel zu einer Geldstrafe von 23.850 Euro verurteilt. Andere Raser schickte die Justiz ohne Bewährung ins Gefängnis.

Illegale Rennen starten das ganze Jahr über

Allein die abschreckende Wirkung lässt auf sich warten. Laut Winkelmann sind die Raser zu jeder Saison unterwegs, im Sommer wie im Winter. Zu den beliebten Strecken für illegale Rennen zählen die Heerstraße, die Frankfurter Allee, der Tiergartentunnel und der Kurfürstendamm. Die meisten Raser seien junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Nicht selten sitzen sie alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss am Steuer. Bei den PS-starken Fahrzeugen, mit denen sie sich ihre Rennen liefern, handelt es sich meit um Mietwagen. Mit bis zu 250 Sachen sind die Raser in diesen Fahrzeugen unterwegs – dabei kommt es auch schon einmal zu gefährlichen Verfolgungsjagden mit der Polizei.

Der Oberamtsanwalt rechnet nicht damit, dass die Zahl der Fälle in Zukunft stark zurückgehen wird. Er fordert daher, das Führerscheinrecht zu ändern und Einschränkungen für junge Fahrer zu schaffen.

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