Neue Berliner U-Bahnen kommen aus Pankow

Großer Auftrag für die Stadler Pankow GmbH

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Die Berliner U-Bahn soll bis zu 1.500 neue Wagen bekommen. Der Großauftrag geht an eine Firma aus Pankow: Medienberichten zufolge hat die BVG der Stadler Pankow GmbH den Zuschlag für den Milliardenauftrag erteilt. Zwischen 2021 und 2033 sollen die neuen Züge ausgeliefert werden. Sie ersetzen den veralteten und störanfälligen Fuhrpark der BVG.

Noch kann die Entscheidung angefochten werden

Den Beschluss, Stadler mit der Fertigung der Wagen zu beauftragen, hatte der Aufsichtsrat der BVG bereits vor zwei Wochen getroffen. Der Auftrag hat einen Wert von drei Milliarden Euro, er gilt als der größte in der 90-jährigen Geschichte der BVG. Doch noch ist nicht alles in trockenen Tüchern: Bis Sonntag, 24 Uhr, gilt nämlich eine Einspruchsfrist. Während dieser Zeit können unterlegene Bieter und andere Beteiligte die Entscheidung der BVG anfechten.

Das europaweite Ausschreibeverfahren für den Auftrag hatte sich in der Vergangenheit mehrmals verzögert. Neben Stadler hatten sich auch der französische Fahrzeughersteller Alstom sowie ein Konsortium aus Bombardier und Siemens beworben. Den Informationen des Tagesspiegels zufolge soll Alstom bei der Vergabekammer bereits eine Rüge gegen das Verfahren eingereicht haben. Diese könnte die tatsächliche Vergabe verzögern. Siemens plant demnach sogar, gegen die Entscheidung der BVG juristisch vorzugehen. Geht Siemens diesen Schritt tatsächlich, könnte ein jahrelanger Rechtsstreit die Folge sein.
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Stadler und Siemens arbeiten für die Berliner S-Bahn zusammen

Es wäre nicht das erste Mal, dass Siemens mit Stadler aneinander gerät: Im Jahr 2017 hatte die BVG ohne Ausschreibung 80 Kleinprofil-Fahrzeuge beim Potsdamer Unternehmen geordert. Die alten Wagen waren beschädigt und konnten nicht mehr repariert werden. Siemens zog vor Gericht, schließlich einigten sich beide Unternehmen auf einen Vergleich. Bei der Fertigung der neuen S-Bahnzüge für Berlin arbeiten Siemens und Stadler dagegen zusammen: Als Konsortium liefern die beiden Konzerne 85 Halbzüge (Baureihe 484) und 21 Viertelzüge (483) bis zum Jahr 2023. Prototypen befinden sich bereits im Testbetrieb und sollen ab Herbst auch zu Testfahrten auf dem Berliner S-Bahn-Ring unterwegs sein.setzt