Neue E-Busse der BVG: Nach einem halben Tag zurück an die Ladestation

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Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Bis 2030 sollen in Berlin keine Busse mit Verbrennungsmotor mehr unterwegs sein. So möchte es die rot-rot-grüne Regierung. Die BVG baut ihre Busflotte entsprechend um. Aktuell haben die Berliner Verkehrsbetriebe vom Aufsichtsrat die Erlaubnis erhalten, 90 neue Elektrobusse zu kaufen. Zusammen mit bereits bewilligten Fahrzeugen könnten so bereits 2020 insgesamt 140 E-Busse in der Hauptstadt unterwegs sein. Die Umstellung ist jedoch ein kostspieliges Unterfangen – und die Busse haben ein Problem.

Hohe Investitionen in neue E-Busflotte

Die Daimler-Tochter Evo-Bus und der polnische Hersteller Solaris bauen für die BVG jeweils 15 E-Busse in Standardgröße, Solaris liefert zudem 15 Gelenkbusse. Jetzt sollen 90 weitere E-Fahrzeuge hinzukommen. Ein Standard-E-Bus kostet etwa 600.000 Euro, die Kosten für einen Gelenkbus beziffern sich auf über 900.000 Euro pro Stück. Ein herkömmlicher Bus mit Dieselmotor kostet dagegen nur zwischen 250.000 Euro in Standardgröße und 450.000 Euro für einen Doppeldecker. Auch die hohe Nachfrage nach E-Bussen hat die Kosten nicht verringert. Im Gegenteil: Zuletzt sind die Preise sogar gestiegen.

E-Busse halten nur einen halben Tag lang durch

Neben den hohen Anschaffungskosten haben die E-Busse einen weiteren Nachteil: ihre Ausdauer. Die E-Busse fahren mit Batterien, die nach etwa einem halben Tag wieder aufgeladen werden müssen. Spätestens dann müssen sie zurück zum Betriebshof in Berlin Weißensee, wo die Batterie über mehrere Stunden aufgeladen wird. Den Rest des Tages müssen Busse mit herkömmlichen Dieselmotoren auf den Strecken unterwegs sein. Die Reichweite eines E-Busses liegt bei etwa 140 Kilometer, 14 davon entfallen auf den Weg vom Betriebshof zum Einsatzort und wieder zurück. Da könnten die relativ langen Busstrecken in Berlin zur Herausforderung für die reichweitenschwachen E-Busse werden. Sehr heiße oder sehr kalte Temperaturen können die Batterielaufzeit zusätzlich negativ beeinflussen.

Batterie-Herstellung sorgt für Umweltschäden

Umstritten ist zudem, wie umweltfreundlich die von der BVG eingesetzten E-Busse tatsächlich sind. Zwar benötigen sie keine fossilen Brennstoffe, für die Herstellung der Batterien werden allerdings seltene Erden und Lithium verwendet. Die Gewinnung der Rohstoffe erfordert viel Energie, ihr Abbau sorgt in den Herkunftsländern zudem für große Umweltschäden.

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