Neuer Bußgeldkatalog tritt in Kraft: So teuer werden Verstöße

Neuer Bußgeldkatalog für Autofahrer

Auto vom Ordnungsamt Berlin
Das Berliner Ordnungsamt im Einsatz. / Foto: © Animaflora PicsStock - stock.adobe. com

Am heutigen Dienstag tritt bundesweit ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft. Die Gesetzesnovelle soll den Straßenverkehr vor allem für Fußgänger und Radfahrer sicherer machen. Insbesondere Falschparker und Raser müssen mit deutlich höheren Strafen rechnen.

Die wichtigsten neuen Regeln für Autofahrer im Überblick: 

  • unerlaubte Nutzung von Gehwegen, linksseitigen Radwegen und Seitenstreifen: die Geldbuße steigt von 25 auf 100 Euro
  • beim Parken in Straßen mit Radwegen gilt ein Mindestabstand von acht Metern zu den Schnittpunkten an Kreuzungen und Einmündungen
  • überlaubtes Fahren in einer Rettungsgasse im Stau: bis zu 320 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot
  • beim Überholen von Fußgängern, Radfahrern und Elektro-Tretrollern sind innerorts 1,5 Meter Mindestabstand einzuhalten, außerorts zwei Meter
  • Lkw über 3,5 Tonnen müssen beim Rechtsabbiegen innerorts Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn Fuß- und Radverkehr zu erwarten sind, bei Zuwiderhandlung beträgt die Strafe 70 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg

Höhere Bußgelder gelten nun auch, wenn Autofahrer beim Abbiegen anderen die Vorfahrt nehmen, beim Ein- und Aussteigen nicht aufpassen oder unnötig hin- und herfahren. Radfahrer müssen derweil mehr zahlen, wenn sie unerlaubt auf dem Bürgersteig unterwegs sind. Das kostet in Zukunft 25 statt 15 Euro. Werden dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, erhöht sich das Bußgeld auf 35 Euro.

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Höhere Bußgelder für Falschparker

Das Halten auf einem Schutzstreifen für Radfahrer ist ab jetzt komplett verboten, einen Verstoß bestaft die Berliner Polizei mit bis zu 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Parken auf Geh- und Radwegen und in der zweiten Reihe wird mit 55 statt wie bisher mit 20 Euro Bußgeld geahndet. Gefährden Autofahrer durch das Falschparken andere Verkehrsteilnehmer, werden 100 bzw. 110 Euro fällig und es gibt einen Punkt in Flensburg. Auch für das Parken auf einem Schwerbehindertenparkplatz gilt nun ein Bußgeld von 55 Euro. Wer im Halteverbot parkt, wird mit bis zu 25 Euro zur Kasse gebeten, bei Behinderung anderer oder einer Parkdauer von über einer Stunde können bis zu 50 Euro erhoben werden. Das Mindest-Bußgeld für allgemeine Verstöße gegen die Parkregeln liegt nun bei 20 statt wie bisher bei 10 Euro.

Strengere Regeln für Raser

Der neue Bußgeldkatalog reduziert auch die Geschwindigkeitsübertretung, ab der ein Fahrverbot ausgesprochen wird. Wer innerorts 21 km/h schneller fährt als erlaubt, muss mit 80 Euro Strafe, einem Punkt in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Bislang wurde ein Fahrverbot ab einer Geschwindigkeitsübertretung von 31 km/h ausgesprochen. Außerorts reicht es, 26 km/h zu schnell unterwegs zu sein und der Führerschein kann bereits beim ersten Mal für einen Monat einkassiert werden. Zuvor waren es 41 km/h. Darüber hinaus verdoppeln sich mögliche Bußgelder für Geschwindigkeitsübertretungen bis zur Marke von 20 km/h:

Innerorts:

  • bis 10 km/h zu schnell: 30 Euro
  • bis 15 km/h zu schnell: 50 Euro
  • bis 20 km/h zu schnell: 70 Euro

Außerorts:

  • bis 10 km/h zu schnell: 20 Euro
  • bis 15 km/h zu schnell: 40 Euro
  • bis 20 km/h zu schnell: 60 Euro

Außerdem können Autofahrer nun auf ein neues Verkehrsschild stoßen, das ein Überholverbot nur für Autos und andere mehrspurige Fahrzeuge anzeigt.
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