Oberbaumbrücke: Sperrung wird zur Geduldsprobe für Radfahrer und Fußgänger

Wie kommt man über die Spree?

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Wer in Berlin gerade die Spree überqueren möchte, hat es schwer. Gleich mehrere Brücken werden derzeit saniert: Neben der Salvador-Allende-Brücke in Köpenick, der Mühlendammbrücke in Mitte und der Elsenbrücke in Treptow trifft es auch die Oberbaumbrücke. Die wichtige Verkehrsader bleibt bis November teilweise gesperrt. Das ärgert nicht nur Autofahrer, das sorgt auch für Streit zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern.

Radfahrer sollten absteigen

Etwa 2.500 Quadratmeter Fahrbahn sollen auf der Oberbaumbrücke erneuert werden. Außerdem werden die alten Straßenbahnschienen entfernt, die ohnehin nie genutzt worden waren. Autofahrer können bis Anfang November in jede Richtung jeweils nur einen Fahrstreifen nutzen. Eine Umleitung führt über die Skalitzer Straße und Schlesische Straße über die Köpenicker Straße bis zur Straße An der Schillingbrücke.

Radfahrer sollten ursprünglich auf der Fahrbahn mitfahren dürfen, bei reduziertem Tempo für mehr Sicherheit. Dann aber entschieden Polizei und Verkehrslenkung: Der Fahrstreifen auf der Fahrbahn ist zu eng, die Situation zu unsicher. Seit Montag schickte die Verkehrslenkung Radfahrer, die Richtung Kreuzberg fahren wollten, auf den Gehweg. Ein Hinweisschild bat sie darum, doch bitte abzusteigen und das Rad zu schieben. Daran hielt sich jedoch so gut wie niemand. Die Situation führte außerdem zu massiven Protesten von Radaktivisten,

Auch der Kompromissvorschlag stößt auf Kritik

Am Dienstag gab es dann den Kompromissvorschlag: Die Fahrbahn steht weiterhin allein den Autofahrern zu Verfügung. Radfahrer in Richtung Kreuzberg sollen den Gehweg auf der Westseite der Brücke nutzen. Fußgänger müssen sich ab der kommenden Woche voraussichtlich mit dem Gehweg unter den Brücken-Arkaden begnügen – und sich diesen mit Radfahrern teilen, die in Richtung Friedrichshain fahren. Der Gehweg für Fußgänger ist dabei teilweise nur 60 cm breit. Diese Lösung stößt nun auf Widerspruch bei der Fußgänger-Lobby: Der Verband Fuß e.V. bezeichnet die Verkehrsführung als „dummdreist, aber aussichtslos“. Weder Berliner noch Touristen würden sich an die Sperrung der Westseite halten. Auch die Organisation Changing Cities kritisiert die Verkehrsführung und warnt davor, Fußgänger und Radfahrer gegeneinander auszuspielen. Die Senatsverwaltung für Verkehr verspricht derweil, die Sicherheitsstandards auf dem geteilten Gehweg so hoch wie möglich zu setzen.
Unser Tipp fürs Wochenende: Es wird recht warm in Berlin! Besuchen Sie die Freibäder oder machen Sie einen Ausflug ins Umland von Berlin.