Einen Tag lang ohne Ticket mit Bus und Bahn unterwegs

Haltestelle der BVG
Beispielfoto: © Tobias Arhelger - stock.adobe. com

Am 22. September 2021 findet europaweit der „Autofreie Tag“ statt. Einen Tag lang sollen die Menschen ihr Auto stehen lassen und auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Um die Idee attraktiver zu machen, plant der Berliner Senat, auch die Ticketpflicht im öffentlichen Personennahverkehr 24 Stunden lang auszusetzen. Diesen Vorschlag der Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) hat der Senat auf seiner Sitzung am Dienstag beschlossen.

Aufstockung des Angebots nötig

Aktuell erarbeiten die Senatsverkehrsverwaltung und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ein Konzept für die genaue Ausgestaltung des ticketfreien Tages. Auch Brandenburg soll sich beteiligen, sodass Fahrgäste im gesamten VBB-Bereich kostenlos unterwegs sein können. Zunächst muss allerdings noch ermittelt werden, wie sich der Verzicht auf die Ticketpflicht auf das Fahrgastverhalten auswirkt. Der 22. September fällt in diesem Jahr nämlich auf einen Mittwoch, dementsprechend sind vor allem in den Morgen- und Nachmittagsstunden viele Berliner unterwegs zur Arbeit oder auf dem Rückweg nach Hause. Das bedeutet, dass das reguläre Verkehrsangebot eventuell nicht ausreicht, um das verstärkte Fahrgastaufkommen aufzufangen.

Kritik vom Fahrgastverband

Noch ein Punkt könnte dagegen sprechen, den ticketfreien Tag an einem Werktag durchzuführen: Hat sich die Corona-Krise bis September nicht deutlich abgeschwächt, sollten Kontakte möglichst weiterhin reduziert werden. In vollen Bussen und Bahnen ist das schwer möglich. Darauf weist auch Jens Wieseke, der stellvertretende Vorsitzender des Fahrgastverbands Igeb, hin. Das Datum zu verschieben, halten Verkehrspolitiker allerdings für möglich.

Nach bisheriger Schätzung würde ein ticketfreier Tag Mehrkosten in Höhe von 570.000 bis 700.000 Euro verursachen. Für diese Mehrausgaben sollen die Verkehrsbetriebe einen Ausgleich vom Land erhalten.

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