Pilotprojekt in Berlin: Paketzustellung per Lastenfahrrad

Pakete kommen mit dem Fahrrad

Bücher, Möbel, Kleidung – es gibt so gut wie keine Ware, die man nicht im Internet bestellen kann. Auch die Berliner Verbraucher nutzen diese Möglichkeit fleißig. Bislang sind die Pakete mit Lieferwagen und Paketautos unterwegs durch Deutschland. Das könnte sich aber bald ändern: In Berlin startet nun ein Pilotprojekt, das die Paketauslieferung großstadttauglicher und zudem umweltfreundlicher machen soll: der Paketdienst per Lastenfahrrad.

Wenn der Postmann zweimal klingelt

Der Startschuss für das Projekt fällt am heutigen Freitag, 13. April, pünktlich zur Radmesse Velo Berlin und zum Treffen des Europäischen Verbands für Fahrradlogistik. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit 400.000 Euro. Mit dabei sind alle großen Paketdienstleister, DHL und GLS, Hermes und UPS sowie DPD. In die Lastenfahrräder setzen die Verantwortlichen große Hoffnungen. Die Fahrräder sind umweltfreundlicher als Lastwagen und Paketautos und sollen den Straßenverkehr weniger stören. Zudem finden sie leichter einen Abstellplatz vor der jeweiligen Zustelladresse. Autofahrer müssten sich dann weniger darüber ärgern, dass die Straße von einem in zweiter Reihe parkenden Paketzusteller blockiert ist.

Neuer Umschlagplatz im Prenzlauer Berg

Für die neue Art der Paketzustellung entsteht im Prenzlauer Berg ein eigener Umschlagplatz. An der Wendeschleife der Straßenbahn am Mauerpark baut die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) ein Depot. Dort sollen ab dem 1. Juni 2018 tägliche Pakete, Express- und Kuriersendungen ankommen. Angeliefert werden sie per Lastwagen, die Lagerung erfolgt in sogenannten Mikrodepots mit 20 Fuß Größe, von denen jeder Paketdienst eines nutzen kann. Von dort aus werden die Lieferungen dann auf die Fahrräder verteilt. 2Kooperative Nutzung von Mikrodepots“ nennt sich das, kurz KoMiDo. Ist das Projekt erfolgreich, sollen solche Umschlagplätze auch anderswo entstehen, nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen städtischen Zentren.

Der Berliner Senat fördert die Anschaffung der Lastenfahrräder. Anträge können ab Mitte Mai gestellt werden. Insgesamt stehen 130.000 Euro für private und 70.000 Euro für gewerbliche und freiberufliche Antragsteller zur Verfügung. Ein elektrisches Lastenfahrrad bezuschusst der Senat mit bis zu 1000 Euro, ein Rad ohne Elektromotor mit bis zu 500 Euro. (Foto: © JiSign )