S-Bahn-Ausschreibung: Neue Struktur geplant

Das kann noch dauern ...

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Der Berliner Senat wird am heutigen Dienstag aller Voraussicht nach die bislang größte Ausschreibung des städtischen öffentlichen Nahverkehrs auf den Weg bringen. Für den S-Bahn-Verkehr auf der Stadtbahn und den Nord-Süd-Linien sollen neue Betreiberunternehmen gefunden werden. Das entspricht zwei Dritteln des Berliner S-Bahn-Netzes. Dabei weicht der Senat von der bisherigen Struktur der Ausschreibungen ab: Bereitstellung und Betrieb der Züge sollen getrennt ausgeschrieben werden.

Trennung von Bereitstellung und Betrieb

Bislang war es so, dass die Firma, die die Züge bereitstellt, auch die Linien betreibt. Damit reagiert der Senat auf die S-Bahn-Krise im Jahr 2009. Die Deutsche Bahn, Betreiber der S-Bahn-Linien, sparte damals bewusst in den Berliner Werkstätten. Der überalterte Fuhrpark sorgte daraufhin für zahlreiche Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr und macht der S-Bahn bis heute Probleme.

Ab 2026 sollen nun neue Züge auf der Stadtbahn und der Nord-Süd-Linie unterwegs sein. Die Vergabe ist für 15 Jahre geplant, für Beschaffung und Betrieb veranschlagt der Senat fast acht Milliarden Euro. Das Ausschreibungsverfahren gestaltet sich relativ komplex. Es gibt neun verschiedene Bewerbungsmöglichkeiten, Verkehrsunternehmen können sich für jede der beiden Strecken getrennt bewerben, jeweils für die Beschaffung und Wartung der Züge, für den Betrieb oder auch für beides gleichzeitig. Es ist also auch möglich, dass Beschaffung und Betrieb nach dem Vergabeverfahren weiterhin in der Hand eines Unternehmens liegen.

Kleinteilige Ausschreibung soll Monopolpreise verhindern

Die kleinteilige Ausschreibung soll verhindern, dass sich nur ein Unternehmen bewirbt und Monopolpreise verlangt, wie es bei der Ausschreibung des Rings der Fall war. Auf diesem Weg will der Senat über 15 Jahre hinweg rund 800 Millionen Euro einsparen. Die Finanzierung der neuen Züge übernimmt dieses Mal direkt das Land und gründet einen landeseigenen Fahrzeugpool.

Die Ausschreibung soll noch in diesem Jahr herausgehen. Eine Entscheidung möchte der Senat bis Ende 2020 oder Anfang 2021 fällen. Ab 2026 sollen dann schrittweise bis zu 1.380 neue Wagen zum Einsatz kommen.