Jetzt sprechen die Busse und Bahnen

Busse und Bahnen in Berlin sollen sprechen lernen ....

Berlin

Die BVG möchte das Bus- und Bahnfahren für blinde und sehbehinderte Menschen einfacher machen. Dafür hat sie Bussen, Straßenbahnen und Haltestellen das Sprechen beigebracht. Per Sprechanlage oder App können sich die Wartenden Fahrzeiten und ankommende Fahrzeuge ansagen lassen. Ab dem kommenden Montag kommt die neue Technik auf ausgewählten Strecken zum Einsatz.

Einjähriges Experiment auf ausgewählten Strecken

Zunächst handelt es sich dabei um ein einjähriges Experiment. Rund zwei Millionen Euro hat der Berliner Senat dafür bereitgestellt. Zwei Linien wurden für den Test ausgewählt: die M4 (Falkenberg–Zingster Straße–Hackescher Markt) und die Buslinie 186 (S Grunewald–S Lichterfelde Süd).  Nicht alle Fahrzeuge auf diesen Linien werden über die neue Technik verfügen. Bis April 2018 werden auf der Linie 186 zehn von 20 Bussen mit der neuen Sprechanlage ausgestattet. Außerdem erhalten die Haltestellen Kaissereiche, Walther-Schreiber-Platz, Schloßstraße, Kieler Straße und Rathaus Steglitz die Ansagetechnik.

Auf der Straßenbahnlinie M4 werden zehn Fahrzeuge über die Sprechanlagen verfügen, außerdem acht Haltestellen: Berliner Allee/Indira-Gandhi-Straße, Antonplatz, Greifswalder Straße sowie zwei Stopps auf dem Alexanderplatz. Teilweise gibt es Ansagen für beide Fahrtrichtungen. An vier Bus- und vier Straßenbahn-Haltestellen testet die BVG darüber hinaus eine App-basierte Ansage.

Ansage auf Knopfdruck oder per App

An den Haltestellen sind die Sprechanlagen in die Haltestellensäule integriert. Auf Knopfdruck kommt die Ansage. Das System nennt die aktuelle Uhrzeit, die nächsten Abfahrten und die voraussichtliche Ankunftszeit. Ankommende Fahrzeuge werden angekündigt, außerdem gibt es eine Information beim Öffnen der Türen. Über eine App kommen die Informationen auch aufs Tablet und Smartphone. Die Fahrzeuge verkünden Fahrtrichtung und Liniennummer. Das neue System soll Sehbehinderten und Blinden, aber auch Menschen mit Leseschwäche den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr erleichtern.

Welche Technik langfristig zum Einsatz kommt, soll der Test ermitteln. Eine Gruppe von blinden, sehbehinderten und sehenden BVG-Kunden wird die Systeme ein Jahr lang unter wissenschaftlicher Begleitung ausprobieren.

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(Foto: © JiSign )