Trotz Qualitätsoffensive: S-Bahn verfehlt Pünktlichkeitsziel

Probleme bei der Berliner S-Bahn

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Fahrgäste der Berliner S-Bahn sind ja einiges gewohnt. Mal haben Bahnen Verspätung, mal fallen sie ganz aus. In diesem Sommer sollte alles anders werden. Die Berliner S-Bahn, eine Tochter der Deutschen Bahn, hat eine großangelegte Qualitätsoffensive gestartet. Das Programm „S-Bahn Plus“ sollte Pünktlichkeit, Qualität und Service verbessern. Ganz geklappt hat das noch nicht: Die S-Bahn verfehlt ihr Pünktlichkeitsziel auch in diesem Jahr.

S-Bahn erreicht Pünktlichkeitsziel nur im September

Mit den Ländern Berlin und Brandenburg hat die S-Bahn eine Pünktlichkeitsquote von 96 Prozent vereinbart. Dieses Ziel konnte allerdings nur im September 2018 erreicht werden. In diesem Monat fuhren 96,1 Prozent aller Züge ohne Verspätung ab. In den übrigen Monaten schwankte die Pünktlichkeitsquote zwischen 94 und 95,9 Prozent. Von Januar bis Juni, vor der Qualitätsoffensive, lag die Pünktlichkeit im Durchschnitt bei 94,4 Prozent. Auch im Dezember rechnet die S-Bahn nicht mehr damit, das selbstgesteckte Ziel erreichen zu können. Der Warnstreik der Eisenbahnergewerkschaft EVG vor einer Woche hatte auch die S-Bahn schwer beeinträchtigt. Als verspätet gilt eine S-Bahn, wenn sie mindestens vier Minuten vom Fahrplan abweicht.

Stadtbahn ist besonders unpünktlich

Besonders unpünktlich ist die Stadtbahn. Auf den S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75 und S9 beträgt die Pünktlichkeitsquote 93,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Quote immerhin um 1,4 Prozent verbessert. Eine deutliche Verbesserung gibt es auf der Nord-Süd-Linie: Von 92,4 Prozent im Oktober 2017 stieg die Pünktlichkeitsquote auf 96,1 Prozent im Oktober 2018. Die Ringbahnen erreichten im Oktober zu 94,8 Prozent pünktlich ihr Ziel, eine Steigerung von 0,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Bereits seit 2009 hat die Berliner S-Bahn mit Verspätungen und Zugausfällen zu kämpfen. Damals standen aufgrund technischer Mängel und Managementfehler zeitweise bis zu zwei Drittel aller Züge still. Seitdem hat sich die Lage zwar gebessert, veraltete Züge, Bahnhöfe und Gleise führen aber immer noch zu Verspätungen. Kommt eine Bahn nur zwei Minuten zu spät, bedeutet das für viele Pendler, dass sie ihre Anschlussverbindung verpassen. Das Land Berlin hatte der S-Bahn aufgrund der schlechten Leistung bereits die Bezüge gekürzt. Die Qualitätsoffensive „S-Bahn Plus“ vereint nun 180 Einzelprojekte für einen besseren S-Bahnservice. Unter anderen hat die S-Bahn rund 44 Millionen Euro in den Erhalt der zum Teil mehr als 30 Jahre alten Züge gesteckt. Auch neue Züge werden gebaut. Bis diese tatsächlich fahren, wird es aber noch bis 2021 dauern.

Aktuelle Tipps: