Zahl der Körperverletzungen an Berlins U-Bahnhöfen steigt

Ist Berlin sicher?

Die Zahl der Körperverletzungen an Berlins U-Bahnhöfen ist in den letzten fünf Jahren um 17 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier hervor. Demzufolge wurden der Polizei im vergangenen Jahr 1.863 Fälle von Körperverletzung gemeldet. Das sind fünf Vorfälle pro Tag. Im Jahr 2013 waren es noch 1.534 Fälle.

Auch die Zahl der Sexualdelikte ist angestiegen

Auch die Zahl der Sexualdelikte in U-Bahnen stieg, sogar um ein Vierfaches auf 125 gemeldete Fälle. In S-Bahnen und Bussen wurden ebenfalls mehr Gewalt- und Sexualdelikte registriert. Die Zahl der Körperverletzungen stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent, die der Sexualdelikte etwa um das Doppelte.

Nun stieg im selben Zeitraum auch die Zahl der Fahrgäste. Allein 2017 gewann die Berliner U-Bahn 1,8 Prozent mehr Passagiere hinzu. Durch eine Gesetzesänderung werden seit 2017 zudem auch verbale Belästigungen zu den Sexualdelikten gezählt, was den hohen Anstieg zumindest teilweise erklärt. Ein weiteres Ergebnis: Die Zahl der Taschendiebstähle hat stark abgenommen und lag 2017 bei weniger als 5.000 gemeldeten Fällen.

Innenverwaltung bewertet Lage nach wie vor als sicher

Die Innenverwaltung bewertet die Lage daher nach wie vor als sicher. Der Anteil der Gewaltdelikte liege deutlich unter einem Tausendstel der jährlichen Fahrgastzahlen. Oder wie es BVG-Sprecherin Petra Reetz formulierte: Statistisch gesehen müsse man schon 880 Jahre lang jeden Tag U-Bahn fahren, um Opfer eines Gewaltdelikts zu werden.

Jetzt sagt die Statistik natürlich nicht, dass es einen nicht doch einmal persönlich treffen kann. Petra Reetz verweist auf die Notrufsäulen auf jedem Bahnsteig. Wer dort den Knopf drücke, bekomme sehr schnell Hilfe.

Die meisten gewalttätigen Vorfälle ereigneten sich 2017 übrigens auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz. 182 Körperverletzungen registrierte die Polizei dort. Auf Platz 2 liegt der U-Bahnhof Kottbusser Tor mit 119 Fällen von Körperverletzungen. Am U-Bahnhof Hermannplatz wurden 76 Fälle registriert. An zwei Dritteln aller Berliner U-Bahnhöfe lag die Zahl der Körperverletzungen im einstelligen Bereich.

Mit 182 Körperverletzungen gab es 2017 die meisten Vorfälle auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz, an zweiter Stelle lag der U-Bahnhof Kottbusser Tor, gefolgt vom Hermannplatz. Auf gut zwei Dritteln der Berliner U-Bahnhöfe lag die Zahl der Körperverletzungen im vergangenen Jahr im einstelligen Bereich. (Foto: © JiSign )