Berlin zählt zwölf Millionen Radler im Sommer 2018

Viele Fahrradfahrer in Berlin

Berlin Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Berlin steigt aufs Rad. Im langen, warmen Sommer waren sogar zwölf Millionen Menschen mit dem Rad in der Hauptstadt unterwegs. Das sind so viele wie seit den 1950er Jahren nicht mehr. Erfasst wurden die Zahlen von insgesamt 17 elektronischen Fahrradzählstellen, welche die Verkehrslenkung Berlin 2015 und 2016 in der Stadt aufgestellt hat. Unermüdlich zählen die Apparate jeden Radfahrer, der an ihnen vorbeikommt. Auf dem Open Data-Portal unter daten.berlin.de sind die Ergebnisse jetzt öffentlich zugänglich. [ Fahrradwege in Berlin ]

Mehr als 10.000 Radler am Tag im Innenstadtbereich

Im Jahr 2016 kamen zwischen Mai und September 11,65 Millionen Radfahrer an den Zählstellen vorbei. Im eher kühlen Sommer 2017 waren es 10,9 Millionen. Das warme und trockene Wetter in diesem Jahr ließ dann wieder deutlich mehr Menschen zum Rad greifen. Auch im Januar und Februar 2018 waren mehr Menschen mit dem Rad unterwegs als im vergleichen Zeitraum der Vorjahre.

Wenig überraschend: Die meisten Radfahrer sind im Innenstadtbereich unterwegs. Zwischen Friedrichshain und Kreuzberg erfassen die Zählstellen durchschnittlich 10.457 Fahrradfahrer am Tag. Das liegt vor allem daran, dass viele Berliner mit dem Rad zur Arbeit fahren und ihre Arbeitsstellen in der Innenstadt liegen. Auch in Pankow</a> greifen viele Bewohner zum Fahrrad, um von A nach B zu kommen. 6.826 Radfahrer erfasste die Zählstelle an der Berliner Straße hier durchschnittlich im Sommer 2018.

Gelder für den Ausbau des Radverkehrsnetzes werden nicht abgerufen

In den Außenbezirken steigen wesentlich weniger Menschen aufs Rad. Das liegt nicht nur an den weiteren Wegen, die sie bis zur Innenstadt zurücklegen müssen. Es fehlt auch an einer guten Radinfrastruktur. Anfang Oktober wurde bekannt, dass die Berliner Verwaltung das für den Ausbau der Radwege eingeplante Geld nicht vollständig ausgibt. Im vergangenen Jahr stellte der Berliner Haushalt einen Etat von 15,69 Millionen Euro für den Radverkehr zur Verfügung. Abgerufen wurden jedoch nur 6,99 Millionen Euro, weniger als die Hälfte.

Für den Unterhalt bestehender Radwege hätte die Berliner Verwaltung fünf Millionen Euro nutzen können, gab aber nur 3,29 Millionen Euro aus. Von den 5,69 Euro, die für Neubaumaßnahmen vorgesehen waren, wurden sogar nur 1,74 Millionen abgerufen. Die Verwaltung begründet das damit, dass zunächst einmal der Grundstein für den Ausbau des Radverkehrsnetzes gelegt werden musste. Zudem wurde mit der InfraVelo eine eigene Stelle gegründet, die den Ausbau vorantreiben soll.