IW-Studie: Berliner mit geringer Kaufkraft

Die aktuelle Kaufkraft in Berlin

Berlin

Armut und Reichtum sind relativ. Wichtiger als das Nettoeinkommen ist, was sich Verbraucher an ihrem Wohnort damit auch tatsächlich leisten können. Wie es um die Kaufkraft in Deutschland bestellt ist, hat das Institut für Wirtschaftsforschung (IW) in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse legten die Forscher am Montag vor. In westdeutschen Städten ist die Kaufkraft der Bewohner demnach besonders gering.

Vor allem Bewohner westdeutscher Städte haben geringe Kaufkraft

Für die Studie haben die IW-Experten untersucht, wie sich das regionale Preisniveau unterscheidet und was sich die Menschen in verschiedenen Städten für ihr Geld leisten können. Die Kaufkraftstudie widerlegt zum Teil das Vorurteil des „armen Ostens“. Gemessen an der Kaufkraft sind vor allem die Bewohner westdeutscher Städte wie Gelsenkirchen und Köln arm. Selbst im augenscheinlich reichen Düsseldorf liegt die Kaufkraftarmut bei 23,5 Prozent. Am höchsten ist sie in Bremerhaven. Den niedrigsten Wert weist dagegen die Region Bodensee-Oberschwaben mit 8,6 Prozent auf.

Allerdings sind auch einige ostdeusche Regionen von Kaufkraftsarmut betroffen. In Berlin liegt der Wert zum Beispiel bei 21,3 Prozent. In Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen jeweils bei über 21 Prozent.

Brandenburg liegt im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld

Vergleicht man die Kaufkraftarmut mit der Einkommensarmut, stimmen die Werte nicht überall überein. Rein am Einkommen berechnet, gelten 19 Prozent der Ostdeutschen und 14 Prozent der Westdeutschen als arm, haben also weniger als 917 Euro im Monat zur Verfügung. Nach der Preisbereinigung verändert sich das Verhältnis auf 17 Prozent zu 15 Prozent. Zwar sind die Einkommen im Osten geringer, die Lebenshaltungskosten jedoch auch.

So verhält es sich auch in Brandenburg: Sieht man einmal von Potsdam ab, sind die Durchschnittseinkommen in Brandenburg zum Beispiel vergleichsweise niedrig. Doch mit diesem Einkommen können viele Brandenburger ihre Lebenshaltungskosten decken, die Kaufkraftarmut liegt durchgehend unter 20 Prozent, rund um Potsdam und im Havelland sogar bei unter 12 Prozent.
Generell ist das Risiko der Kaufkraftarmut auf dem Land geringer als in der Stadt. (Foto: © JiSign )

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