Michael Müller: Berlin soll einen zusätzlichen Feiertag bekommen

Was Müller alles so will ...

Wenn es um gesetzliche Feiertage geht, bleibt Berlinern oft nur der Neid. Während die Menschen in Bayern an Fronleichnam die freie Zeit genießen und man in Brandenburg auch am Reformationstag arbeitsfrei hat, muss man in Berlin weiter ans Werk. Gerade einmal 9 gesetzliche Feiertage gelten in Berlin. Baden-Württemberg kommt auf 12, Bayern sogar auf 13.

Regierender Bürgermeister verspricht neuen Feiertag

Ähnlich wenige Feiertagegibt es in den nördlichen Bundesländern. Die haben nun einen Vorstoß gewagt: Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein planen und haben teilweise schon beschlossen, den Reformationstag am 31. Oktober als neuen gesetzlichen Feiertag einzuführen. Bislang war der Reformationstag nur in den östlichen Bundesländern, mit Ausnahme von Berlin, arbeitsfrei. Zur Feier von 500 Jahren Reformation galt er im vergangenen Jahr bundesweit.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller möchte nachziehen. Auch die Berliner sollen einen neuen Feiertag bekommen. Man müsse aber noch darüber diskutieren, welcher Tag es werden soll. Müller schweben drei Daten mit politischer Relevanz für die deutsche Geschichte vor. Er könnte sich zum Beispiel vorstellen, den Tag des Volksaufstands der DDR am 17. Juni oder den Tag der Befreiung von der NS-Diktatur am 8. Mai zum Feiertag zu erklären. Auch der 27. Januar als Holocaust-Gedenktag steht zur Debatte.

Berlins Wirtschaft reagiert verhalten

Berliner Arbeitnehmer würden sich über einen zusätzlichen freien Tag vermutlich freuen. Die Wirtschaft reagierte indes eher verhalten auf Müllers Versprechen. Die Industrie- und Handelskammer ließ verlauten, sie wolle das Vorhaben sorgfältig prüfen. Noch ließe sich nicht absehen, welche Auswirkungen ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag auf das Wirtschaftswachstum in Berlin habe. (Foto: © JiSign )