Mieten: Berlin steht an der Spitze der Preisentwicklung

Wohnen ist teuer in Berlin

Es gibt zu wenige preiswerte Wohnungen in Berlin. / Foto: © Robert Kneschke

In Berlin stiegen die Mieten im vergangenen Jahr stärker als in allen anderen deutschen Großstädten. Das zeigt eine Studie des Immobilien-Spezialisten Empirica.
( Mehr Infos zum Immobilienmarkt in Berlin )

Mietpreise in Berlin steigen um 6,4 Prozent

Im Durchschnitt verteuerten sich die Mieten in der Hauptstadt um 6,4 Prozent im Vergleich zu 2017. In anderen Großstädten wie Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Frankfurt am Main, Hamburg oder München sind die Mieten zwar ebenfalls nicht billig. Dort stiegen die Mietpreise im vergangenen Jahr jedoch nur um durchschnittlich 4,2 Prozent. 2017 lag die Preissteigerung noch bei 5,9 Prozent. Neuvertragsmieten in Hamburg wurden sogar nur um 1,3 Prozent teurer. ( Was tun bei einer Mieterhöhung? )

In vielen Großstädten wird laut Empirica fleißig gebaut und damit Wohnraum geschaffen. Selbst, wenn die Städte bislang die Wohnungsbauziele der Bundesregierung noch nicht erreichen, konnten sie durch ihre Investitionen doch einen langsameren Anstieg der Mietpreise erreichen. Viele junge Familien zieht es derweil ins Umland, was den Wohnungsmarkt ebenfalls entzerrt. Für Studierende wiederum sind der Studie zufolge Städte wie Magdeburg, Chemnitz, Kassel und Heilbronn interessant geworden, wo der Wohnungsmarkt noch entspannt ist.

Volksinitiative ruft zur Enteignung großer Immobilienkonzerne auf

In Berlin schreitet derweil der Neubau von Wohnungen zu langsam voran. Schätzungen zufolge fehlen etwa 300.000 Wohnungen. Hinzu kommen internationale Investoren, die den Berliner Wohnungsmarkt als lukrative Spielwiese entdeckt haben. ( Lesen Sie auch unsere Tipps zur Wohnungssuche in Berlin. )

Eine Volksinitiative will sich gegen die Mietsteigerungen wehren und ruft zu einem drastischen Schritt auf: „Deutsche Wohnen enteignen“ hat genau das vor, was der Name verspricht. Die Initiative fordert die Vergesellschaftung von Wohnungen großer Unternehmen wie dem Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Der allein hält in Berlin und Umland rund 115.000 Wohnungen. Mieterhöhungen und der Umgang mit den Mietern sorgen immer wieder für negative Schlagzeilen. Im April will die Initiative ein Volksbegehren starten.
Mehr Infos zum Thema Wohnen in Berlin.
Nach Berlin ziehen oder nicht?