Mietendeckel: Studie erkennt keine Entlastung für den Berliner Wohnungsmarkt

Berliner Mietendeckel

Eigentumswohnungen in Berlin
Beispielfoto: © Kara

Wie wirkt sich der Mietendeckel auf den Berliner Wohnungsmarkt aus? Das Internetportal Immobilienscout24 hat die Lage analysiert und präsentierte am vergangenen Montag seine Ergebnisse. Demnach sind Mietwohnungen in Berlin zwar tatsächlich günstiger geworden, zu einer Entlastung auf dem Mietmarkt führe dies aber nicht. Mehr Infos über den Immobilienmarkt in Berlin

Angebotsmieten sinken, doch auch die Anzahl der Mietwohnungen geht zurück

Der Berliner Mietendeckel ist am 23. Februar 2020 in Kraft getreten und bezieht sich auf Mietwohnungen, die vor dem 1. Januar 2014 fertiggestellt wurden. Ausnahmen gelten für Wohnungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus, Trägerwohnungen, Wohnungen in Wohnheimen und Wohnungen mit Mietpreisbindung, deren Modernisierung und Instandsetzung mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Eine Mietentabelle legt fest, wie hoch der Mietpreis pro Quadratmeter sein darf. Das richtet sich nach dem Baujahr und der Ausstattung der Wohnung.

Doch wie wirkt sich der Mietendeckel in der Praxis aus? Der Analyse von Immobilienscout24 zufolge sind die Angebotsmieten für betroffene Wohnungen im Durchschnitt um 5 Prozent gesunken. Lagen die Angebotsmieten im September 2019 noch bei durchschnittlich 12,91 Euro pro Quadratmeter waren es im September diesen Jahres 12,26 Euro. Allerdings ist das Gesamtangebot der zur Verfügung stehenden Mietwohnungen um 41,5 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang betreffe vor allem Wohnungen, die vor 2014 bezugsfertigt geworden sind und damit unter den Mietendeckel fallen. Für Neubauwohnungen mit Fertigstellungsdatum nach 2014 sei das Angebot derweil um 6,7 Prozent gestiegen. Lesen Sie auch: Tipps zur Wohnungssuche in Berlin

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kritisiert die Studie

Die Autoren der Studie legen nahe, dass Wohnungen, die unter den Mietendeckel fallen, nun eher als Eigentumswohnungen zum Verkauf statt zur Miete angeboten werden. Ob dies tatsächlich so ist, geht aus der Analyse allerdings nicht hervor. Ersichtlich ist dagegen, dass die Angebotspreise von Eigentumswohnungen mit Baujahr vor 2014 gestiegen sind, nämlich um 5,8 Prozent. Der durchschnittliche Angebotspreis liegt nun bei 5.068 Euro pro Quadratmeter. Im September 2019 waren es noch 4.788 Euro pro Quadratmeter.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kritisiert die Analyse, da sie nur einen unbekannten Teilmarkt des gesamten Berliner Wohnungsmarktes berücksichtigt. Die Studie geht nur auf Wohnungen ein, die auf den einschlägigen Immobilienportalen im Internet angeboten werden. Landeseigene Wohnungsbauunternehmen und Genossenschaften inserieren dort aber oft nicht.