Mietenwatch: Umfassende Studie zu Mietpreisen in Berlin

Wohnen ist teuer in Berlin ...

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Wer kann sich die Mieten in Berlin noch leisten? Mietpreisbremse und Mietendeckel sollen zu bezahlbaren Wohnungen führen, aber wie ist es um die Mietpreise in der Hauptstadt tatsächlich bestellt? Das will die Studie „Mietenwatch“ aufdecken. Den Autoren zufolge handelt es sich um die bislang umfassendste Untersuchung zu Neu- und Wiedervermietungspreisen in Berlin. Von April 2018 an haben die Autoren rund 800.000 Online-Wohnungsinserate aus der gesamten Stadt gesammelt und ausgewertet. Die ersten Ergebnisse wurden am Dienstag, 8. Oktober 2019, auf mietenwatch.de veröffentlicht. ( Lesen Sie auch: Was tun bei einer Mieterhöhung? )

Wo ist Wohnen in Berlin noch bezahlbar?

„Mietenwatch“ will nicht nur die Entwicklung der Mietpreise aufzeigen. Neben Daten wie Nettokaltmiete, Nebenkosten, Ausstattung und Lage der einzelnen Wohnungen erfasst die Studie auch, wer die zentralen Akteure auf dem Berliner Mietmarkt sind. So möchten die Autoren veranschaulichen, wie mit Berliner Wohnraum Geld gemacht wird.
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Mit einer interaktiven Karte können Besucher der Webseite zudem herausfinden, in welchen Bezirken sie sich eine Wohnung leisten können. Gibt man das Haushaltseinkommen und die gewünschte Zimmeranzahl an, zeigt die Karte, wie viele passende Wohnungsangebote in Berlin zur Verfügung stehen.

Teure Neuvermietungen

Hinter der Untersuchung steht Tilman Miraß, Aktivist des Peng-Kollektivs, das Forschungsministerium hat das Projekt mit  47.500 Euro gefördert. Unter anderem zeigt die Studie auf, wie weit sich die Angebotsmieten mittlerweile von den Bestandsmieten entkoppelt haben. Innerhalb des S-Bahn-Rings liegen die Preise für neuvermietete Wohnungen 6,51 Euro pro Quadratmeter über den ortsüblichen Bestandsmieten. Außerhalb des S-Bahn-Rings werden bei Neuvermietungen 3,51 Euro auf bestehende Mietpreise aufgeschlagen. Diese Entwicklung führt dazu, dass sich selbst recht gut verdienende Haushalte kaum noch Wohnraum in Berlins innerstädtischen Bezirken leisten können. Bereits heute gibt rund ein Fünftel der Berliner Haushalte mindestens 30 Prozent des Einkommens für die Miete aus. Umziehen möchte angesichts der angespannten Wohnsituation kaum noch jemand, zumindest nicht innerhalb Berlins. (Wissenswertes über den Immobilienmarkt in Berlin)

Mietpreisbremse greift nicht

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Mietpreisbremse greift nicht. Ganze 92,5 Prozent der angebotenen Wohnungen überschreiten die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als die erlaubten 10 Prozent. Das ist eigentlich nur zulässig, wenn die Wohnung vor der Neuvermietung umfassend saniert wurde oder die Miete schon vorher über der ortsüblichen Vergleichsmiete lag. Auch Neubauten tragen der Untersuchung zufolge nicht zur Entspannung der Situation bei, sondern verschärfen sie im Gegenteil noch. Von den 6.000 angebotenen Neubau-Wohnungen gab es kaum Angebote für unter 15 Euro pro Quadratmeter. Bei uns finden Sie auch einige Adressen von Mieterberatungsstellen in Berlin.