Das Nettoeinkommen in Berlin ist gestiegen – allerdings auch die Armutsquote

Höhere Armutsquote in Berlin

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Eine aktuelle Auswertung der Senatsverwaltung für Arbeit zeigt: Die Nettoeinkommen in Berlin sind in den letzten 14 Jahren gestiegen. Der Wirtschaft geht es gut, die Arbeitslosenzahlen sinken. Verfügten im Jahr 2013 noch 12,9 Prozent der Berliner Haushalte über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 3.200 Euro, waren es 2017 schon fast 20 Prozent. Der Anteil der Haushalte, die mit weniger als 900 Euro Nettoeinkommen im Monat auskommen müssen, ging im selben Zeitraum von 14 auf vier Prozent zurück. [ Was kann man in Berlin kostenlos unternehmen? ]

Höhere Mieten lassen das Armutsrisiko steigen

Soweit die guten Nachrichten. Trotz steigender Nettoeinkommen ist nämlich auch das Armutsrisiko gestiegen. Vor zehn Jahren galten noch etwa 14 Prozent der Berliner Haushalte als armutsgefährdet. Im Jahr 2017 waren es 17,4 Prozent. Die Berliner verdienen also mehr, sehen sich aber dennoch einer größeren Gefahr gegenüber, in die Armut abzurutschen. Wie kann das sein? Die Sozialdaten lassen den Schluss zu, dass vor allem die rasant steigenden Mieten für das höhere Armutsrisiko verantwortlich sind. Höhere Mietzahlungen zehren die Mehreinkünfte auf.
Lesen Sie auch: Was tun bei Mieterhöhung?
Beratung bekommen Sie auch bei den Schuldnerberatungsstellen in Berlin.

Mehr Haushalte mit hohem Nettoeinkommen in Pankow und Steglitz-Zehlendorf

Sowohl beim Nettoeinkommen als auch beim Armutsrisiko gibt es große Unterschiede zwischen den Bezirken. In Pankow stieg der Anteil der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von über 3.200 Euro von 18 Prozent im Jahr 2013 auf 29 Prozent im Jahr 2017 an. Der wohlhabendste Bezirk ist Steglitz-Zehlendorf. Hier legte der Anteil der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von mehr als 3.200 im selben Zeitraum sogar von neun auf 33,7 Prozent zu. Mit weniger als 900 Euro Nettoeinkommen im Monat müssen im Bezirk Mitte 14 Prozent aller Haushalte auskommen, in Neukölln sind es zwölf Prozent.

In Spandau steigt die Armustquote

Für Berliner und Berlinerinnen in Pankow hat sich auch das Armutsrisiko seit 2005 halbiert. Von 13 Prozent sank die Armutsquote auf 6,8 Prozent im Jahr 2017. In Spandau stieg sie dagegen im selben Zeitraum von 15,7 Prozent auf 24,1 Prozent an. Soziologen führen das darauf zurück, dass die Mieten in den Spandauer Großsiedlungen immer noch vergleichsweise günstig sind. Viele ärmere Berliner zogen daher nach Spandau. Insgesamt lassen die Sozialdaten den Schluss zu, dass sich Spandau zum neuen Problembezirk entwickeln könnte.

Links zum Thema:

  • Sozialkaufhaus in Berlin
  • Wo muss man Hartz 4 beantragen in Berlin?
  • Ausgabestellen der Berliner Tafel