So wirkt sich das Corona-Virus auf den Hauptstadt-Tourismus aus

Berlin
Nachrichten aus Berlin / Foto: © styleuneed

Seit Jahren konnte sich die Berliner Tourismusbranche über zahlreiche Hauptstadtbesucher freuen. Anfang diesen Jahres sah auch noch alles danach aus, dass die Gästezahlen das Niveau der Vorjahre halten könnten. Doch dann kam Corona. Mit dem Lockdown im März ging die Zahl der Berlin-Touristen auf fast Null zurück. Seit Juni registriert die Branche aber wieder einen leichten Aufschwung.

78 Prozent weniger Besucher als im Juni 2019

Am Montag veröffentlichte das Bundesamt für Statistik Berlin-Brandenburg Zahlen, die zeigen, wie stark die Besucherzahlen aufgrund der Corona-Krise eingebrochen sind. Von Januar bis Juni besuchten demnach 2,7 Millionen Menschen die Hauptstadt, ganze 59 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen lag bei 6,5 Millionen im ersten Halbjahr. Das entspricht einer Bettenauslastung von 30 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Bettenauslastung noch bei 60 Prozent. Es machen also deutlich weniger Menschen Urlaub in Berlin!

Besonders gering waren die Besucherzahlen im April, kurz nach dem Lockdown. Nachdem die Bundesländern die Corona-Maßnahmen gelockert haben, verzeichnet die Tourismusbranche aber langsam wieder Aufwind. Im Juni 2020 kamen immerhin rund 270.000 Gäste in die Hauptstadt – das sind allerdings immer noch 78 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, als 1,2 Millionen Touristen in Berlin übernachteten. Die meisten Besucher kommen dabei aus dem Inland. Die Zahl der ausländischen Gäste ist immer noch um 93 Prozent geringer als im Juni 2019. Einreisebeschränkungen haben vor allem die Zahl der Touristen aus Übersee reduziert.

Viele Übernachtungsbetriebe haben noch nicht wieder geöffnet

Es gibt aber nicht nur weniger Touristen, auch einige Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Gaststätten haben noch nicht wieder geöffnet. Zwar dürfen Berliner Hotels und Pensionen seit dem 25. Mai wieder Touristen aufnehmen, für viele lohnt sich der Betrieb aber noch nicht.  Die Zahl der verfügbaren Betten ging daher im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent zurück, auf derzeit 127.000. Noch ist nicht klar, ob die Betriebe nur vorläufig geschlossen bleiben oder ob sich hier die ersten Anzeichen einer Pleitewelle bemerkbar machen.

Im Vergleich mit anderen deutschen Städten hat Berlin dabei noch Glück. Die Hauptstadt ist auch bei deutschen Urlaubern ein beliebtes Reiseziel, und die kommen langsam wieder. Auch Besucher aus den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz und Österreich reisen wieder nach Berlin. Dennoch blickt die Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin skeptisch in die Zukunft.
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