Wagenitz im Havelland / Theodor Fontane: "Interessant durch vielerlei"

Nach Wagenitz in der Gemeinde Mühlenberge? Was gibt's denn da zu sehen? Die Frage stellt sich, und selbst ohne Häme.
Der Schwedenturm in Wagenitz
Der "Schwedenturm" in Wagenitz, ein Ortsteil der Gemeinde
Mühlenberg, der 1353 erstmalig in einer Urkunde erwähnt
wird. Die Turmruine ist ein ehemaliger Küchenbau,
der seinen Namen nach den Ereignissen des
30jährigen Krieges bekam. Der Bau gehörte
zum Wirtschaftstrakt des benachbarten ehemaligen
Schlosses. Von 1991 bis 1994 wurde er durch Baumaßnahmen
vor weiterem Verfall bewahrt. Im Inneren des Turmes
ist ein kleines Museum eingerichtet.
/ Foto © wn
Ist das Örtchen ja doch tatsächlich ein überschaubarer und einsamer Flecken am Ostrand des Ländchens Friesack, das in schlichter Landschaft als eine bis zu 77 Meter hohe bewaldete Endmoräne ins Auge fallen möchte. Doch an Moränen mangelt es bekanntlich nicht im Havelland. Andernorts gibt es neben solchen überwachsenen Gletschergeröllen wenigstens auch Museen, Male und Musenplätze für Tonkünstler, Dichter und Denker. Im Falle von Wagenitz mit rund 200 Bewohnern, die meist in gepflegten, im Sommer mit Blumen drapierten Eigenheimen wohnen, ist von kultureller Dichte weniger zu spüren. Allenfalls ist bekannt, dass Angehörige des alten mittelmärkischen Adelsgeschlechts der Bredows, das im ganzen Havelland verbreitet war, auch hier einen Standort besaßen. Ist jedoch heute von dieser Großfamilie die Rede, geht es zuerst meist um den "Vaterländischen Roman" aus den 1840er Jahren, der "Die Hosen des Herrn von Bredow" heißt. Verfasser ist der bekannteste preußische Schriftsteller Willibald Alexis (1798-1871). Dieser Autor, der in der deutschen Literatur als Begründer des realistischen historischen Romans geführt wird, entfacht im Buch eine turbulente, heitere Handlung. Im Mittelpunkt steht die elchlederne Hose des fiktiven Ritters Götz von Bredow. Das derbe Beinkleid hat den Ruf, den Träger vor Unheil zu bewahren. Frau Brigitte, die - beachtlich für eine Rittersgattin - einen Waschtick hat, reinigt erstmals die Hose, nachdem sie der Gatte dreißig Jahre lang am Tage auf dem Leibe hatte. Die Gelegenheit ist eines Tages günstig. Der Ritter schläft einen seiner vielen Räusche mehrtägig aus und kann deshalb das Beinkleid entbehren. Frau Brigitte vergisst jedoch, nach der Entkeimung die getrocknete Hose von der Leine zu nehmen. Das gute Stück kommt so abhanden.

Ähnlich Aufsehen erregende Vorgänge wurden in Wagenitz nicht bekannt. In seiner 1780 in Leipzig veröffentlichten "Beschreibung seiner Reise von Berlin nach Kyritz in der Prignitz" notiert der evangelische Theologe und Geograf Anton Friedrich Büsching (1724-1793) kurz und knapp: "Wagenitz, ein Dorf von 263 Menschen, mit einer Mühle, dessen Besitzer der Hauptmann Herr George Ludewig Friderich von Bredow ist." Mehr wird nicht mitgeteilt.
Evangelische Kirche in Wagenitz
Die Wagenitzer Evangelische Kirche aus dem Jahre 1753
Foto © wn
Die Mühle fehlt inzwischen, geblieben ist eine einem monströsen sowjetischen Raumfahrtdenkmal ähnliche, sich hochwärts verschlankende Ruine, die Schwedenturm heißt und kulturelle Bedeutung besitzt, weil sie der Rest einer geschichtlich relevanten Ofenanlage ist. Wenn es auch im Regelfall nicht zuträglich scheint, dass eine Ruine zum örtlichen (wenn auch nicht offiziellen) Wahrzeichen wird - hier erlebt man die Ausnahme. Auf dem Turm ist überdies im Sommer Bewegung. Man sieht einen durch beständig beigebrachte und eingesteckte oder aufgelegte Zweige hochgewachsenen Storchenhorst, in dem beide Altstörche selbst im verlustreichen Storchenjahr 2013 immerhin drei Kücken erfolgreich huderten und bis zur Flugreife durchbrachten. Beim Nestanflug aus westlicher Richtung haben die Störche aus navigatorischem Grund die etwa 260 Jahre alte Saalkirche im Blick zu behalten. Das schlichte evangelische Gotteshaus bietet im Innern nachgerade die Gemütlichkeit eines mit viel Holz ausgestatteten Wohnzimmers. Der Blickfang ist nicht wie sonst üblich der Schmerzensmann, sondern rechts neben Altar und Kanzelkorb ein sechs Quadratmeter großes (gestiftetes) Votivgemälde aus dem Jahre 1667. Dem Betrachter erscheint Hans Christoph von Bredow, der von 1623 bis 1691 lebte und nicht so aussieht, als ob ihm je die Hosen abhanden gekommen wären. Auf dem Bildnis sieht man ihn als den selbstbewussten Wagenitzer Kirchenpatron neben seiner, einen Kniefall andeutenden Frau Barbara. Da steht er in einem voluminösen, einem Kasack ähnlichen Überwurfmantel mit wirkungsstarker Schärpe und - der Mode folgend - mit langem offenem Haar. Frau Barbara figuriert in einem mantelartigen Damenobergewand und einer schwarzen Ohrenhaube.
Evangelische Kirche in Wagenitz
Aus einer alten Brennerei, in der bis 1945 aus Kartoffelmaische
Sprit destilliert wurde, entstand die heutige "Kellergaststätte"
am Brennereiweg 7. Im Keller, in dem sich der rustikale
Gastraum mit Ziegelgewölbe, Kamin und vielen historischen
Darstellungen an den Wänden befindet,
wurden von 1960 bis 1973 Entenküken und
Grillhähnchen (Broiler) aufgezogen.
Am 7. Oktober 1985 wurde die Gaststätte unter
dem Namen "Zum Kellermeister" eröffnet.
Sie befindet sich heute in privater Hand.
Foto © wn
Zur Besonderheit des Familienbildes tragen zehn aufgereihte Sprösslinge bei. Die vier Söhne zur Linken des Vaters fallen mit individuellen Antlitzen und Minen auf; sie und ihre Kinder sowie die Kindeskinder werden später in Erbschaftssachen heftig aneinander geraten.
Die sechs Mädchen hinter der Mutter hingegen ähneln eineiigen Sechslingen - so ununterscheidbar sind ihre Gesichter. Sie bezeugen ausdrücklichen Gehorsam - so als hätte es seinerzeit überhaupt keine Pubertät mit Launen und Larmoyanz gegeben.

Theodor Fontane (1819-1898) war - was nicht jeder märkische Ort von sich sagen kann - in Wagenitz und notiert in einem seiner Exzerpte für die "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", das Dorf sei "interessant durch vielerlei". Auch das Großbild in der Kirche lässt er auf sich wirken.
Evangelische Kirche in Wagenitz
Wohnhaus in der Straße Zum Schwedenturm
Foto © wn
Er findet für "die Bredows" liebenswürdige Worte: "Sie erschienen mir … in ihrer Eigenart von Schlichtheit, Treue, Sesshaftigkeit in ihrem offenbaren, durch alle Zeit sich hinziehenden Bestreben, nichts weiter als eine alte freie Familie sein zu wollen, als die märkischste aller märkischen Familien." Dabei hat der märkischste aller märkischen Dichter den Lebensalltag der Aufbaujahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) in den unversehrt gebliebenen oder wieder aufgebauten Domänen, Gütern und Kossätenkaten durchaus auch kritisch beschrieben, was seiner Preußennähe nie einen Abbruch tat. Denn so kam ihm die märkische Menschenwelt auch gelegentlich vor: Als "eine seltsame Mischung von kirchlichem Sinn und Aberglauben, von Charakterstarre und Geistesschwäche, von Nichtbildung und klugem Erkennen des eigenen Vorteils, von Einfachheit der Bedürfnisse und wüster Völlerei, von Unsauberkeit und Putzsucht, von Trotz und Mut und Schwäche und Feigheit". So sieht er besonders die Nachkriegsjahre mit all ihren materiellen und moralischen Schäden. Aber natürlich bezeichnet das Bredow-Bild zu allererst einen Neuanfang in Wagenitz. Drei Jahre vor der Fertigstellung des Gemäldes war die neue Kirche ihrer Bestimmung übergeben worden. Den Vorgängerbau wie auch Teile des Weilers hatten schwedische Landsknechte geplündert und angezündet. Zahlreiche Menschen, darunter Angehörige der Familie Bredow, waren ums Leben gekommen. Einzig der elfjährige Hans Christoph konnte sich retten. In den Annalen heißt es, er habe sich in den nicht befeuerten Kamin des Schwedenturmes retten können und die Massaker - wie er meint - mit Gottes Hilfe überdauert. Das gestiftete Bild sei ein Dankeschön dafür gewesen, dass er mit dem Leben davon gekommen war.

Märkischer Ausflug nach Ribbeck, Wagenitz und Nennhausen


Mit dem Schwedensturm kommt jenes Bauwerk ins Spiel, das heute nicht mehr existiert - das Schloss derer von Bredow.
Evangelische Kirche in Wagenitz
Wohnhaus in der Lindenstraße Foto © wn
Gleich nach dem Fall von Mauer und innerdeutscher grüner Grenze macht sich der West-Berliner Historiker Wolfgang Hofmann (geb. 1970) mit Freunden erwartungsvoll zu einer Landpartie in den für sie bisher kaum zugänglich gewesenen Osten auf - diesmal ins westliche Havelland. "Es war ein Ausflug zu märkischen Schlössern und Kirchen im Zuge der B5, der alten Transitstrecke von Berlin nach Hamburg durch die DDR, vorbei an Nauen und Ribbeck und all den Gemüse- und Kartoffeldörfern, durch die nach 1945 die hungrigen Berliner auf der Suche nach den Produkten des Landes gezogen waren", schreibt er 2003 in einem Reisebericht. Zunächst kehrt die Reisegesellschaft in Ribbeck ein, das mit dem 1889 entstandenen Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" weltbekannt wird, und in dem Gutsbesitzer Hans Georg von Ribbeck (1689-1759) leutselig Birnen an die Dorfjugend verteilt. Als sie zehn Kilometer weiter in nordwestliche Richtung gefahren sind, kommen sie an den Abzweig Wagenitz, zur nächsten Station. Bei der Ankunft sind sie enttäuscht. Sie kennen das Schicksal des Wagenitzer Schlosses nicht. "Im Dorf Wagenitz … fanden wir das Schloss der von Bredows nicht mehr vor. … Es muss ein sehr eindrucksvolles Beispiel ländlicher Adelskultur gewesen sein … Lediglich ein bemerkenswertes Zeugnis der vergangenen Alltagskultur befindet sich im Ort: ein immens hoher Küchenschornstein, dessen Zusammenhang mit Dorf, Schloss und Wirtschaft uns bei unserem flüchtigen Besuch etwas rätselhaft blieb." Sie wissen aber offenbar nicht, dass die Ruine der 1571 hochgezogene freistehende Küchenbau des Wirtschaftstraktes für das danebengelegene Bredow-Schloss war. Seinen heutigen Namen erhielt der Turm erst nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges.
Evangelische Kirche in Wagenitz
Stillleben" am Gartentor in der Parkstraße
Foto © wn
Die Schlossanlage mit dem massiven Herrenhaus war 1587 fertiggestellt worden und wurde in den darauffolgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. Eine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Berliner Verlag Duncker & Humblot veröffentlichte Lithografien-Sammlung beschreibt das Herrenhaus: "Das jetzige grosse Schloss … wurde in den Jahren 1849-52 ganz neu im italienischen Stile erbaut, auf der Stelle des alten seit 1571 bestandenen Herrenhauses. Mit den Seitenflügeln und dem Thurm schliesst es cirka 42 Zimmer, 5 Säle, ein vollständiges Theater für 200 Personen, eine Bibliothek, einen grossen Orangeriesaal mit Springbrunnen von Marmor u.s.w. ein." Ein lebensnahes Zeugnis über das Tun und Treiben im Schloss und die dort obwaltende Sparsamkeit gibt es aus der Feder der Cousine und früheren Spielgefährtin Otto von Bismarcks (1815-1898). 1913 erschienen in Halle die "Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen". Autorin ist Hedwig von Bismarck (1815-1913), und sie schreibt: "Zuweilen gab man auch große Feste in Wagenitz. Sie wurden mit Glanz in Szene gesetzt, aber Tantes sehr sparsame Ader schien oft so durch, dass die Feten nicht gerade besonderen Ruf in der Nachbarschaft genossen. Der große Saal mit den dunklen Gobelins und dem reichen Waffenschmuck an den Wänden fasste eine zahlreiche Gesellschaft; aber oh weh! die Speisen reichten nicht immer weit. Eine große Enttäuschung, die ich dort erlebt, ist mir noch erinnerlich. Nachdem überhaupt wenig an den ziemlich großen Kindertisch gelangt war, mussten mein Vetter aus (dem benachbarten) Landin und ich uns in 2 Teelöffel Eis - das letzte in der Schale - noch teilen. Eins der Kinder, Betty Erxleben, ward weinend vor Hunger von der Mutter zur Tür hinausbefördert, um nicht Ärgernis zu erregen."

Der verwaiste Platz am Wagenitzer Schwedenturm


Wer sich heute auf dem kleinen Platz umsieht, an dem das Sträßchen "Zum Schwedenturm" endet und sich dort die Ruine erhebt,
Evangelische Kirche in Wagenitz
Blick in den ehemaligen acht Hektar großen Schlosspark,
in dem es noch heute seltene Baumarten und Pflanzen gibt
Foto © wn
der wird sich kaum vorstellen können, dass hier eines der stattlichsten und schönsten Herrenhäuser des Havellandes stand. Selbst wenn ringsum keineswegs Tristesse herrscht, sondern sich die Anwohner in ein sichtbar behagliches Landleben eingerichtet haben, empfindet man den Platz als verwaist. Haben wir doch den Begriff des Adels nicht samt und sonders dem Kehrrichthaufen der Geschichte überantwortetet - immerhin ist uns ein Adel des Geistes oder ein Adel der Seele noch geläufig. Das böse Wort "Wir weinen ihnen keine Träne nach!" wurde einst in anderem Zusammenhang gebraucht - von einem plebejischen, silbenschluckenden und nicht ausgelernten Dachdecker. Und da Wolfgang Hofmann und seine Mitreisenden nun auf dem Wege zum 24 Kilometer entfernten Schloss Nennhausen sind, das mit Adalbert von Chamisso (1781-1838) als häufigem Gast dort verbunden ist, fällt ihnen noch in Wagenitz ein Gedicht dieses "französischen Deutschen" ein, in dem er den Untergang der Kultur des Adels mythologisch verbrämt anklingen lässt. Im Gedicht "Das Riesenspielzeug" geht es um die Burg der Riesen, und es heißt elegisch: "… sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer, / du fragtest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr." - Es stellt sich natürlich auch die Frage, auf welche Weise verschwanden das Schloss und das Meiste drum herum. Einigen Aufschluss gibt ein überkommendes Schreiben der Berliner Parteikanzlei der NSDAP an die Gauleiter, in dem über einen Befehl Hitlers informiert wird, "dass, da der Kampf auf weiten Abschnitten auf deutschen Heimatboden übergegriffen hat und deutsche Städte und Dörfer zum Kampfgebiet werden, unsere Kampfführung fanatisiert werden" müsse. "Dieser Kampf um Sein oder Nichtsein … macht in seiner Härte auch nicht vor Kunstdenkmälern und sonstigen kulturellen Werten halt", heißt es in diesem Pamphlet der Selbstzerstörung. Fest steht, dass das Wagenitzer Schloss bei Kriegsende brannte, ohne dass es am Ort zu Kriegshandlungen gekommen war. Wer letztlich zündelte, ist unbekannt - und wird es vermutlich auf Dauer bleiben.

Wieviel weniger wüssten wir aber heute auch über Wagenitz, hätte es nicht den engagierten, gründlichen Rechercheur Theodor Fontane gegeben.
Evangelische Kirche in Wagenitz
24 Kilometer von Wagenitz entfernt befindet sich
das Schloss Nennhausen. In ihm lebte von
1803 bis 1833 der hugenottisch-deutsche
Dichter Friedrich Heinrich Karl Baron de la
Motto Fouqué (1777-1843). Einige Male war hier der
befreundete Dichter Adalbert von Chamisso (1781-1838)
zu Gast. Belegt ist, dass dieser beim gemeinsamen
Spaziergang unter den Nennhausener Park-Riesen
die Idee zu seinem bekannten Kunstmärchen
"Peter Schlemihls wundersame Geschichte" hatte.
Foto © wn
Er lamentiert unterwegs auf den Fahrten nicht - selbst wenn seine Unterbringung abends äußerst unkomfortabel ist und er auf zusammengestellten Stühlen in verqualmten Schankräumen überfüllter Herbergen nächtigen muss. Bekommt er ein Bett, so schläft er in benutzter Bettwäsche und muss oft den Nachttopf mit den Hinterlassenschaften des Vorgängers erst einmal leeren. Auch hier ist er ganz märkischer Hugenotte: Cést la vie… Sein Rechercheeifer in Sachen märkischer Geschichte steht wohl auch im Zusammenhang mit seiner kritischen Meinung über die professionellen Geschichtsschreiber. In einem Brief meint er: "Schiffskapitäne, Lebemänner, Geistliche, die viel auf dem Kerbholz haben, Abenteurer, alte Kriegsgurgeln, - die können sich am Ende ihrer Tage hinsetzen und völlig naiv wundervolle Bücher schreiben, Professoren aber, die alles sind nur nicht naiv, die können es nie." Fontane, der oft den Begriff "ledern" für untauglich, fade oder eben schlecht geschrieben benutzte, kritisierte die "am Leben vorübergehende Geschichtsschreibung ... weil alle Archivleute glauben, Leder sei Brot." Aus einem Brief vom 6. Dezember 1890 an Hedwig von Bredow (1853-1932) in Landin erfahren wir erneut von seiner Tiefgründigkeit beim Recherchieren. Er bittet die Adressatin, ihm ein Buch über die Bredows "noch einmal auf ein paar Monate anzuvertrauen". "Haben dann einerseits Ihr Gemahl und andrerseits die Herrschaften auf Wagenitz und Senzke noch die Güte, kleine historische anekdotische Aufzeichnungen für mich zu machen (nur die Überschriften, die Geschichten selbst werden dann besser mündlich erzählt), so bin ich wohlausgestattet und kann ans Werk gehen." Auf diese Weise entstanden zwischen 1862 und 1889 peu à peu die fünf Bände der "Wanderungen", darunter der umfangreiche Aufsatz "Das Ländchen Friesack" mit der Beschreibung des Dorfes Wagenitz, der erst in spätere Ausgaben eingefügt wurde und deshalb die heutigen Leser uneingeschränkt beeindrucken kann.

Wie man ins westliche Havelland kommt:
Eine Fahrt nach Wagenitz lässt sich - wie im Beitrag beschrieben - sehr schön mit Besuchen in Ribbeck und - als Abschluss - in Nennhausen verbinden. Man verlässt Berlin auf der Bundesstraße B2/B5, die direkt an Ribbeck vorbei geht. Rund zehn Kilometer weiter biegt man rechts nach Wagenitz ab. Nach weiteren rund 24 Kilometern hat man Schloss Nennhausen mit seinem gepflegten Park erreicht.
Über Veranstaltungen im Ort wie z.B. Kirchenkonzerte, Heimatfeste, Martinsgansessen, Erntetanz oder ein Märchen-Café am Kamin kann man sich unter www.wagenitz-im-havelland.de informieren.
Text: -wn- / Stand: 21.06.2014


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