Die Oderbruch-Bühne: Das Theater am Rand

Auf ihre alten Tage geht die Bäuerin Elsbeth Haberland aus dem 20-Seelen-Dorf Zollbrücke 70 Kilometer nördlich von Frankfurt/Oder in einem Theater aus und ein. 1998 hatten der Akkordeonist Tobias Morgenstern und der Schauspieler Thomas Rühmann unweit des Oderdeiches das THEATER AM RAND gegründet, mehr Stube als Bühne, für rund 50 Zuschauer. Um diese Zeit konnte man Thomas Rühmann – bekannt aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ - gelegentlich im Zollbrücker Deich-Gasthaus begegnen. Eher zurückhaltend als marktschreierisch lud er damals die Kaffeegäste zur Vorstellung ein. Längst ist das anders: man muss rechtzeitig reservieren lassen.
Adresse:
Theater am Rand
Zollbrücke 16
16529 Oderaue
Telefon: 033 457/ 665 21

Eintrittspreise im Theater am Rand


Den Eintrittspreis bestimmt jeder Zuschauer selbst. Sie zahlen am Ende der Vorstellung das was sie Ihnen wert war.

Geschichte des Theater am Rand


Seit eines Tages die gastierende Schauspielerin Ursula Karusseit auf dem Ausgedingehof von Elsbeth Haberland um einen Stellplatz für ihren Wohnwagen ansuchte, war die Bäuerin bald so etwas wie die helfende Fee der weithin unbekannten Bühne. Fast jede Inszenierung kennt sie inzwischen. Als im Frühsommer das hochexzellente „Debussy-Trio“ im Schein der Abendsonne Werke von Ravel und Debussy vortrug, erinnerte sich die Bäuerin daran, dass die Musizi auf den ausschweifenden Bauernhochzeiten im Oderbruch nicht mit so viel Aufmerksamkeit wie hier rechnen konnten, vielmehr gegen Pfropfenknall, wildes Juchen und Lärmen anspielen mussten.
An einem anderen Tag erlebte sie die nachdenkliche Inszenierung „Mitten in Amerika“ nach dem gleichnamigen Roman der amerikanische Schriftstellerin Annie Proulx. Erzählt wird, wie in einem texanischen, von Wasser umgebenen Landfortsatz eine riesige Schweinemästerei errichtet werden soll und die traditionelle Viehwirtschaft dort zu zerstören droht. Auch das interessiert Elsbeth Haberland: in ihrem Koben hat sie ganze Schweinegenerationen vom Abferkeln, über die Mast bis zum Schlachtermesser begleitet.

Dann wieder steht der Schauspieler Jens-Uwe Bogadtke mit dem Programm „Bissiger Humor zwischen Liebe und Zorn“ auf der Bühne und spricht Heines „Nachgedanken“, indem er Sehnsucht und Schmerz des Exilanten mit Heinescher Ironie anrührend zu vereinen weiß. Während Bogadtke mit „Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht…“ anhebt, guckt oben im geschälten Eichengebälk eine deutsche Schwalbe aus dem Nest und hört interessiert zu. Die eben angekommene feuchte Mittelmeerluft des herbstlichen Juliabends faucht im Hof vor der neuen Bühne in die mächtigen von innen sichtbaren Eschen hinein und erreicht durch die Vorhänge die ersten Reihen.

Wundersame Geschichten werden erzählt, wie die von der kapriziösen erzgebirgischen Uhlig-Trulla, die mit 60 schwanger wird, und vom böhmischen Bären, der Wert darauf legt, auf einer der über 200 ostdeutschen Straßen der Einheit nach Schwarzenberg-Neuwelt einzuwandern und sich in einem alten Gemäuer festsetzt. Die skurrilen Vorgänge stammen aus dem anekdotischen Roman „Im Spinnhaus“ der Sächsin Kerstin Hensel, einem Buch, in dem erzgebirgische Mundartworte literarischen Rang erhalten, während sonst der Dialekt der Gebirgler meist für die alljährliche Hutzenabend-Seligkeit herhalten muss.

Die Liste bisheriger Inszenierungen lässt den Schluss zu, dass hier ein Theater mit der Betonung des Abenteuerlichen, Erstaunlichen und unausgesetzten Amüsements entstanden ist, das seine Umgebung, das Oderbruch, ausdrücklich einbezieht. Man muss mit Tragik und Komik und mit Winden und Wettern rechnen. Nicht dass man nach dem Genuss des ausgeschenkten Bioweines einfach etwas froher wäre als gewöhnlich und die Vorstellungen deshalb in avantgardistischer Stimmung verließe - es greift nach dem Gehörten und Gesehenen vielmehr der Gedanke Raum, dass man verantwortliches Denken und kultivierten Frohsinn auch im Alltag nie aufgeben sollte.
Text: -wn- / Stand: 11.06.2014

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